S-Bahn Halle/S

Bundesbahn, Reichsbahn und Co
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MK69
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S-Bahn Halle/S

#1 Beitrag von MK69 » 28. Nov 2019, 11:17

Wer kann Auskunft geben? Es geht um die frühe Epoche IV der DR. In den siebziger Jahren setzte die DR bei der S-Bahn in Halle/S. 5-teilige Doppelstock-Gliederzüge der Bauart 1970 in der Farbgebung rot ein. Dazu habe ich zwei Fragen: 1. bis wann wurden sie durch Standardwagen der Bauart DBmuz/DBmqz ersetzt und 2. wurden auch solche Wagen mit der BR 243 bespannt? Ich weiß, dass die Baureihe 242 zunächst vor der S-Bahn lief, aber später durch die neuere Baureihe 243 ersetzt wurde. Die Standardwagen kamen Ende der 70er Jahre auf, die BR 243 Mitte der 80er. Letzte Züge der Bauart DGBgue/DGBgqe waren bis kurz nach der Wende im Einsatz, verloren aber ihre Wendezugsteuerung. Belegen kann ich dies durch den Einsatz einer auf drei Teile gekürzten Einheit auf meiner Stammstrecke Dessau-Leipzig, welche u.a. auch mit Hallenser Wagenmaterial gefahren wurde. 1987 waren sie auch auf der Strecke Dessau-Leipzig in einem Wendezug-Umlauf eingesetzt. L-DE-L 8202,8207, 8212,8211,8218, 8221, 8224,8227 (Natürlich in grün). Ich war Zugführer in Dessau und begleitete einige dieser Züge. Etwa um das Jahr 1988 herum wurde das Wagenmaterial gegen die Standardwagen der Gattung DBmu/DBmq ausgetauscht. Wann dies bei der S-Bahn Halle/S. war weiß ich nicht mehr. Etwa zur selben Zeit müßten in Leipzig die E5-Wagen durch Standardwagen ersetzt worden sein. (Abkürzungen: L= Leipzig Hbf; DE-Dessau Hbf)
Viele Grüße aus München Meinhard (MK 69)

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Re: S-Bahn Halle/S

#2 Beitrag von Baureihe 62 » 29. Nov 2019, 01:23

Schau mal hier:

https://www.eisenbahnforum.de/index.php ... f=3&t=2635

Vielleicht ein Anfang!

Gruß Dirk
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Re: S-Bahn Halle/S

#3 Beitrag von MK69 » 29. Nov 2019, 11:13

Danke für den Tipp, aber hat (leider) nix gebracht.
Viele Grüße aus München Meinhard (MK 69)

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Re: S-Bahn Halle/S

#4 Beitrag von Ingo » 30. Nov 2019, 22:27

Hallo MK69

Ich habe das gefunden http://www.bvm-berlin.de/DR-Site/Betrie ... halle.html
Wird auch nichts bringen was du nicht schon weißt. Da muss man wahrscheinlich Leute anschreiben, die damals in Halle gewohnt oder dort gearbeitet haben.
Ingo

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Re: S-Bahn Halle/S

#5 Beitrag von MK69 » 1. Dez 2019, 00:49

Leider ist die Darstellung fehlerhaft, da die Standardwaagen erst später entwickelt wurden. Der Prototyp stand 1972 auf der Leipziger Messe, so dass diese Wagen nicht bereits im Jahre 1969 eingesetzt werden konnten. Da ich als Kind oft in Halle/Saale war, fiel mir auch die abweichende Lackierung der Gliederzüge der Hallischen S-Bahn auf. Als ich 1985 als Lehrling bei der Deutschen Reichsbahn anfing, waren sie bereits durch die Standardwagen ersetzt. Im Wendezugdienst zwischen Leipzig und Dessau waren die DGB 12- Einheiten noch im Einsatz (1 Umlauf, siehe mein letzter Post), wurden aber auch recht bald durch diese ersetzt. Die letzten DGB 12 Einheiten der Bauart 1970 liefen etwa 1991 aufs Abstellgleis (nicht gesichert). Mir fielen sie durch ihre sehr ruhige Fahrweise auf, in den oberen Fahrgasträumen waren (fast) keine Fahrgeräusche durch die Zwischentüren. Im unteren Stockwerk waren diese jedoch wegen der Nähe zu den Drehgestellen natürlich stärker.
Ich möchte mich auf diesem Wage bei SK 2 bedanken, dass er damals alle drei Versionen der DGB 12- Einheiten ein würdiges Denkmal gesetzt hat, da m.E. keine derartige Einheit mehr existiert. (Bitte um Verbesserung, trift dies nicht zu. Ich weiß nur dass DB 7,bzw. DB 13-Einheiten museal erhalten wurden. Die Zahlen geben die Achsanzahl der Einheiten an.)
Erwähnenswert ist auch der Einsatz dieser Doppelstockzüge im Fernverkehr. So wurde D 710 (Leipzig -Binz) jahrelang mit diesem Wagenmaterial (als Nachtzug!) und zusätzlichen Schlaf- bzw. Liegewagen gefahren. Dies war vom wagen-baulichen kein Problem, da die DGB 12 Wagen Übergänge in der üblichen Höhe (Im Gegensatz zu den Vorgängern der Bauart 1957) hatten. Mit dem Einsatz von den IC-2 Zügen schließt sich damit der Kreis der Geschichte. :grins:
Viele Grüße aus München Meinhard (MK 69)

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Re: S-Bahn Halle/S

#6 Beitrag von MK69 » 1. Dez 2019, 14:29

Nach längerer Recherche im Internet konnte ich meine Fragen selbst beantworten und will Euch (falls interessiert und wenn nicht, trotzdem :grins: ) dies nicht vorenthalten: Der Einsatz der DGB 12 - Einheiten endete zwischen 1977 und 1979 bei der S-Bahn Halle. Deswegen waren sie nicht mit der BR 243 bespannt worden (Prototyp erst 1982). Dies schließt aber nicht aus, dass diese Baureihe "normale" DGB 12 Einheiten bespannte. Nur die abweichende Lackierung in rot betrifft die Aussage.Nach Ende des Einsatzes bei der hallischen S-Bahn wurden diese in den Ursprungs-zustand in grün umlackiert und im normalen Personenverkehr eingesetzt. Weitere Einsatzgebiete dieser Einheiten waren u.a. S-Bahn Dresden (Vorlaufbatrieb), Greifswald- Lubmin Werkbahnhof (AKW) und im Ronneburger Bergbaugebiet (Gera- Glauchau). im letzeren waren auch die letzten Einsätz der Bauart 1970 der Doppelstock-Gliederzüge. (Quelle Wikipedia)
Viele Grüße aus München Meinhard (MK 69)

Ingo
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Re: S-Bahn Halle/S

#7 Beitrag von Ingo » 2. Dez 2019, 02:37

Hallo MK69

Freut mich, dass du doch noch eine Antwort bekommen hast.
Soviel ich verstanden habe, waren die Dosto-Wagen der S-Bahn Halle nicht nur anders lackiert (als alle anderen), sondern auch ein anderes Modell als die Dosto Gliederzüge der DR, diejenigen, die 3ax Jakobsdrehgestelle hatten. Als Zug-/ Schiebe(?)-Lok wird immer eine 242 angegeben.
Im Zuge des 30 Jährigen "Anschlusses" der DDR Jahrtags der Wende hat man in diversen (internationalen) Zeitungen davon lesen können, dass man im Westen das ehemalige DR-Material nicht so schätzte. Die 242 sind ziemlich bald verschwunden, wie war das mit den Wagen?
Du weißt sicher mehr. Ich kann aber mit den Reihenbezeichnungen nicht viel anfangen ....

Ingo

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Re: S-Bahn Halle/S

#8 Beitrag von MK69 » 2. Dez 2019, 08:19

Hallo Ingo! Da kann ich dir gern helfen: Es gab bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR drei Bauartfamilien der Doppelstockwagen: 1. Die zwei bzw. vierteiligen Züge mit Jacobsdrehgestellen (7achsig als zweiteilig und 13achsig als vierteigige Einheit mit den dreiachsigen Mitteldrehgestellen) , 2. Die "Gliederzüge : Es waren fünfteilige Einheiten wo die Fahrgastabteile achsenlos auf die Zwischenteile mit normalen zweiachsigen Drehgestellen abstützten. Diese Einheiten waren für den Fernverkehr (Urlauberzüge zu den Feriengebieten der DDR) konzipiert und 3. die Standardwagen als vierachsige Einzelwagen. Beide mehrteilige Einheitsbauformen wurden bis 1995 aus dem Betriebspark der DR entfernt, da sie schlecht dem Fahrzeugaufkommen angepasst werden konnten und bei Reparaturen gleich der ganze Zug in die Werkstatt musste. Nur noch wenige Einheiten der Bauart DBv und DBx kamen noch zur DBAG und wurden aber alsbald ausgemustert. Die Doppelstockzüge der 1. Generation (mit den dreiachsigen Jacobsdrehgestellen waren eine Weiterentwicklung der bekannten Wendezug-Steuerwagen der Lübeck-Büchner-Eisenbahn.
Bei den Gliederzügen wurde bauartbedingt ein Anteil von 80% doppelstöckiger Bauart erreicht, bei den älteren Einheiten 55%.
Zu den Gliederzügen der Bauart 1957 mit Übergängen in Höhe des oberen Stockwerks gab es passende Gepäck- und Büfettwagen. Ein letztes Expemplar von letzterem konnte ich am Rade der Fahrzeugparade zum 150 jährigen Bestehens der Leipzig -Dresdener Eisenbahn sehen. Diese Einheiten wurden bereits Mitte der achziger Jahre ausgemustert, da sie zu schwer waren und bei 100&iger Auslastung zu Achslastüberschreitungen führten. Aus diesem Grunde erhielten die folgende Bauart 1970 je Teil ein Abteil weniger (8 statt 9) und waren auch dementsprechend kürzer (99,8m statt 104m . Um ein Bild machen zu können, empfehle ich dir mal zu googlen und im Wikipedia die Seite "Doppelstockwagen" aufzusuchen. Dort gibt es auch umfangreiches Bildmaterial. Für weitergehende Fragen stehe ich gern zur Verfügung, da ich ein umfangreiches Wissen über die Fahrzeuge der DR der DDR besitze (ohne arrogant klingen zu wollen).
Viele Grüße aus München Meinhard (MK 69)

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