Reale Bahnbilder von Benny

Bundesbahn, Reichsbahn und Co
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Ingo
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Re: Reale Bahnbilder von Benny

#661 Beitrag von Ingo » 7. Mai 2019, 23:22

Hallo Benny,

Danke für die Richtigstellungen.
Noch eine Bemerkung zur Bahn und eep. Es gibt ein (gratis) Gleispaket für Meterspur mit hoher Fahrleitung. Das funktioniert gut, wenn man die dazu gehörigen Masten von AM1 hat. Wer Standard- Masten verwenden will, muss eben eine Standard-Oberleitungsangabe in die .def kopieren. Dazu gibt es auch noch ein Riggenbach'sches Zahnstangengleis.
Lok und Wagen gibt es nach meiner Erinnerung bei HB3. Auch UK1 hatte sie, aber der ist nicht mehr erreichbar.

Im Forum gab's einen Bericht von Stoeffel über die Furka-Bergstrecke, die ja von Andermatt richtung Westen weiter geht.
Und hier gibts einen Bericht von Benny, der Richtung Osten radelt.
Frag mich, wie lange es braucht, bis Benny ein E-Bike verwendet.
Die bekannte Rheinschlucht kann man glaub ich nur mit dem Zug durchfahren. Aber das wird uns Benny noch sagen.
Bis auf Weiteres

Ingo

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Re: Reale Bahnbilder von Benny

#662 Beitrag von Lurchy » 7. Mai 2019, 23:34

Ich hoffe das Benny KEIN E-Bike verwendet! :rose:

Denn ein normales Rad zeigt wo des Menschen Grenzen sind! :mrgreen:
Ich selber bin immer nur so lange gefahren wie es mein Körper zugelassen hat!
Habe mal über 100 KM am Tag geschafft! Danach war ich geschafft! :lol1:
Aber ich bin von Düsseldorf bis zu den Seenplatten in das Nettetal und zurück geradelt!
Und Benny scheint im Training zu sein! :daho Ich war es nicht! Und es hat dennoch Spaß gemacht!

VLG Lurchy / Karl-Heinz :ugeek:
Es gibt Tage, da trete ich nicht ins Fettnäpfchen!
Ich falle in die Fritteuse!
Viele Liebe Grüße aus Düsseldorf der Stadt mit der längsten Theke der Welt! :mrgreen:

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Re: Reale Bahnbilder von Benny

#663 Beitrag von MK69 » 7. Mai 2019, 23:49

Eindrucksvolle Bilder der Rampe zum Oberalppass. Ich kenne die Strecken leider nur von Fotos. Aber einfach grandios die Landschaf!
Viele Grüße aus München Meinhard (MK 69)

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Re: Alpenrhein, Teil 7

#664 Beitrag von Benny » 8. Mai 2019, 13:00

Ingo hat geschrieben:
7. Mai 2019, 23:22
Die bekannte Rheinschlucht kann man glaub ich nur mit dem Zug durchfahren. Aber das wird uns Benny noch sagen.
Richtig. Zur Rheinschlucht kommen wir aber erst nächste Woche.

Und nein, ich verwende kein E-Bike. Elektrischen Antrieb hatten nur die Züge, mit denen wir bis Andermatt gefahren sind.

MK69 hat geschrieben:
7. Mai 2019, 23:49
Eindrucksvolle Bilder der Rampe zum Oberalppass.
Danke! Von der Strecke zum Oberalppass kommen heute und morgen noch ein paar mehr Bilder, auch wenn sie vielleicht nicht ganz so spektakulär sind wie die aus den letzten beiden Bildbeiträgen.
_______________________________

Eine Viertelstunde nach dem letzten Bild hatten wir den einzigen Straßentunnel erreicht. Direkt nebendran ist auch das Portal des (nicht einzigen) Bahntunnels. Lok 108 ist schon wieder bergauf unterwegs, rechts fällt der Blick auf Andermatt und den Bahnhof:
Bild Bild 29
Dieses Bild ist aus zwei Bildern (eins vom Zug, eins vom Bahnhof) zusammengebastelt. Dafür, dass die Bilder nicht so wirklich zusammenpassen wollten (weil von leicht verschiedenen Standpunkten aufgenommen), sieht das Ergebnis aber doch ziemlich zusammenpassend aus :mrgreen:

Mit etwas mehr Zoom sieht man einen Triebwagen auf der Strecke nach Brig/Visp verschwinden:
Bild Bild 30

Zwanzig Minuten später kam der nächste Glacier Express den Berg hoch. Kurz zuvor hatten die Gleise die Straße mit einer großen Brücke unterquert, die sicher ein gutes Fotomotiv angegeben hätte. Jetzt, eine Kehre später, war sie aber nicht mehr zu sehen. Zu allem Überfluss hatte sich auch noch die Sonne hinter einer Wolke versteckt.
Ein Bergbauernhof mit Fahrzeug bot aber trotzdem noch ein gutes Motiv:
Bild Bild 31
Eine Ebene über uns lugten noch Oberleitungsmasten über dem Hang hervor, dort sah ich dann aber nur einen Stromabnehmer vorbeifahren.

Am Bahnhof Nätschen war das steilste Stück geschafft. Bis zum Oberalppass waren zwar noch ein paar Höhenmeter zu bewältigen, das schafften Straße und Gleise nun aber ohne weitere Serpentinen (was aber nicht heißen soll, dass die restliche Strecke schnurgerade ist).
Kurze Zeit später tauchte von vorne ein Triebwagen auf, der nach Andermatt runter fuhr:
Bild Bild 32

Morgen gehts dann endlich bis zum Oberalppass.

Viele Grüße
Benny
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Re: Alpenrhein, Teil 8

#665 Beitrag von Benny » 9. Mai 2019, 14:00

Eine Viertelstunde nach dem Triebwagen vom letzten Bild folgte der nächste Glacier Express, er war schon lange vorher in der kargen Landschaft zu sehen.
Ich war nicht der einzige, der sich für den Zug interessierte:
Bild Bild 33

Und noch ein Bild, wo Lok 104 mit Werbung für den Gornergrat-Zermatt-Marathon etwas größer zu sehen ist:
Bild Bild 34
Rechts im Bild befindet sich ein kleiner Stausee.

Eine weitere Viertelstunde später schlängelt sich der Triebwagen wieder bergauf:
Bild Bild 35
Der Strich durchs Bild ist die Oberleitung der Strecke, die im Vordergrund nochmal nach links vorbeiführt.

Knapp 10 Minuten später hatten wir die (nicht sehr hohe) Staumauer des Oberalpsees erreicht, als der Zug von Bild 21 und 23 wieder zurückkam:
Bild Bild 36

An dieser Stelle endet (bzw. aus Sicht des Zuges: beginnt) die Zahnstange. Der restliche Abschnitt bis zur Passhöhe (die nur wenige Meter über dem See liegt) ist weitgehend eben. Teilweise führt die Straße zusammen mit den Gleisen durch eine (Lawinen?-)Galerie am Seeufer entlang:
Bild Bild 37

Auf der Passhöhe steht ein kleiner Leuchtturm, der die Verbindung zur Nordsee symbolisieren soll:
Bild Bild 38

Vielleicht sollte ich es nochmal erwähnen: Die ganzen Gewässer bisher waren noch nicht der Rhein, der beginnt auf der anderen Seite des Passes. Der Oberalpsee entwässert in die andere Richtung. Von dort fließt das Wasser die Gotthardbahn entlang, durch den Urnersee und landet erst bei Waldshut im Rhein, also nach Bodensee und Rheinfall.

Morgen gehts dann wieder bergab.

Viele Grüße
Benny
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Re: Reale Bahnbilder von Benny

#666 Beitrag von Ingo » 9. Mai 2019, 16:49

Hi,
Noch ein bißchen Belehrung: Ab dem Oberalppass kommt man in das Rhätoromanische Gebiet.
@Lurchi:
Das mit dem E-Bike war nur als Scherz gedacht, dennoch fahren damit auch Leute Rad, die es sonst nicht getan hätten. Im Sinne der Volksgesundheit doch nicht übel ...

Zu eep. Wie man (jetzt) deutlich sehen kann, ist die Zahnstange vom System Abt, 2-lamellig.
So ein Gleis kann man bekommen - in Sommer- und Winterausführung - wenn man die Zahnrad-Dampflok von FF1 kauft. Diese Loks sind auf der Schneeberg- und Schafbergbahn zu finden.
Die Zahnstangensysteme stammen aber in der Mehrheit von Schweizer Ingenieuren.
Schöne Fahrt weiterhin!

Ingo

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Re: Alpenrhein, Teil 9

#667 Beitrag von Benny » 10. Mai 2019, 12:00

Ingo hat geschrieben:
9. Mai 2019, 16:49
Noch ein bißchen Belehrung: Ab dem Oberalppass kommt man in das Rhätoromanische Gebiet.
Das haben wir dann auch gemerkt. Vor allem an den (für deutsche Ohren) teils ziemlich ungewöhnlichen Ortsnamen.
_____________________________

Die Strecke von Andermatt hoch zum Oberalppass war mir halbwegs bekannt, weil ich sie mir vorher mehrfach in Google Maps angeschaut hatte. Weiter hatte ich aber (warum auch immer) nicht geschaut, sodass die weitere Strecke "Neuland" für mich war.
Hinter dem Pass ging es steil bergab, die Serpentinen waren noch enger als beim Aufstieg von Andermatt. Beim Aufstieg hatten wir etwas Rückenwind, was erstmal positiv klingt (und auch sicherlich besser war als starker Gegenwind). Das führte aber dazu, dass die Luft relativ zu uns stand – und ohne Fahrtwind wird es sehr schnell sehr warm. Bei der Abfahrt war die Körperwärme kein Problem mehr, dafür die der Bremsen. Normalerweise kann man durch den Fahrtwind ganz gut Energie "verheizen" (die dann nicht mehr in die Bremsen gehen muss). Wenn aber erst bei 50km/h ein leichtes Lüftchen zu merken ist, hilft das nicht viel – die nächste Haarnadelkurve ist dann meist auch nicht mehr weit.

Die Bahnstrecke war auch erstmal nicht mehr zu sehen, weil sie nicht den Serpentinen der Straße folgte. Später liefen Schiene und Straße wieder dicht beieinander, aber schlechtere Übersicht (enge Kurven an Felswänden entlang, mehr Vegetation) und höhere Geschwindigkeiten (von einer auf die andere Sekunde anhalten geht bergab schlecht) sorgten dafür, dass keine guten Bilder mehr entstanden. Nur einen Nachschuss kann ich zeigen:
Bild Bild 39

Mittlerweile hatte sich auch der Himmel zugezogen, zwischendrin kamen sogar ein paar einzelne Regentropfen runter. Dabei blieb es dann aber zum Glück.

Gut eine Stunde nach dem Oberalppass waren wir in Disentis/Mustér. Während mein Vater und meine Schwester in einem Supermarkt die Proviantvorräte auffüllten, bewachte ich die Fahrräder aus der Ferne. 75 Meter weiter (in Sichtlinie zu den Fahrrädern) führte die Straße nämlich direkt über ein Tunnelportal in der Bahnhofseinfahrt. Wie ich erst später realisierte, wechselt hier die Bahngesellschaft: von Andermatt über den Oberalppass bis Disentis/Mustér fährt die Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB), teilweise mit Zahnstange. Von hier bis Chur fährt die Rhätische Bahn (RhB) mit anderen Fahrzeugen. Da diese Fahrzeuge aber auch rot lackiert sind und fürs "deutsche Auge" genauso ungewohnt aussehen wie die der MGB, ist mir das erst viel später aufgefallen.

Irgendwann hörte ich ein Rauschen unter mir, wenig später kam ein Zug aus Andermatt aus dem Tunnel gefahren:
Video 40

Fast zeitgleich kam aus der anderen Richtung ein Allegra-Triebzug an.
Nach einem kurzen Halt am Bahnsteig kam der Zug auf mich zugefahren, ...
Bild Bild 41
... fuhr in den Tunnel, verschwand aber nicht vollständig darin. Nachdem die Weiche vor dem Tunnelportal umgestellt und der Führerstand gewechselt war, fuhr der Zug nach rechts auf eins der Abstellgleise.

Dann ging es weiter, am Bahnhof vorbei und eine steile Schotterpiste in Serpentinen bergab. Unten überquerten wir auf einer Brücke einen Gebirgsbach. Das war das erste Mal, dass wir den Rhein sahen. Zwar kein Vergleich mit dem Rhein an seiner Mündung, für kurz nach der Quelle kam er mir aber doch schon ziemlich groß vor:
Bild Bild 42
Als Maßstab machen sich gerade zwei Menschen mit Hund bereit, das Wasser zu durchwaten.

Dann ging es den Weg weiter entlang am Hang, tendenziell bergauf. Stellenweise war die Hangbefestigung schon modernisiert, stellenweise war noch der alte (deutlich einfachere) Zustand zu sehen. Und zwischendrin war Baustelle, wo die Modernisierung gerade im Gange war. Man kam zwar durch, aber musste auf Schotter statt Asphalt fahren.

Die Bahnstrecke verlief am gegenüberliegenden Hang und war über das Tal hinweg meist gut zu sehen. Das Röhren der bergwärts fahrenden Loks war im ganzen Tal zu hören.
Hier ist ein Zug nach Disentis unterwegs, gleich hat er sein Ziel erreicht:
Bild Bild 43

Den letzten Schwung Bilder dieses Tages gibt es dann morgen.

Viele Grüße
Benny
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Re: Alpenrhein, Teil 10

#668 Beitrag von Benny » 11. Mai 2019, 12:00

Zwanzig Minuten später fuhr der nächste Zug in die gleiche Richtung, durch eine Vegetationslücke konnte ich ein Bild von der Lok mit Siemens-Werbung machen:
Bild Bild 44

Nochmal zwanzig Minuten später kam mal ein Zug in die andere Richtung, und schob sich hinter dem Kirchturm von Surrein vorbei:
Bild Bild 45

Während mein Vater und meine Schwester nach einer Übernachtung telefonierten, fuhr ich nochmal ein paar Meter zurück zur Stelle vom letzten Bild, wo der Blick auf die andere Talseite und damit auf die Bahnlinie frei war. Dort kam dann auch kurze Zeit später der nächste Zug bergauf, mit einer blauen Werbelok für die Südostschweiz. Na, wer findet den Zug?
Bild Bild 46

Wir fanden dann auch eine Pension, an der wir kurz zuvor vorbei gefahren waren. Also nochmal 400m zurück gefahren bis kurz hinter die Kirche und zwei Zimmer unterm Dach bezogen.

Auf der Veranda machten wir uns aus den in Disentis gekauften Sachen ein Abendessen.
Ich hatte meine Kamera mit runter genommen, deshalb kann ich euch ein Foto vom Allegra-Triebzug zeigen, der eine Stunde nach dem Zug auf Bild 45 talwärts fuhr:
Bild Bild 47

Mit dem Versprechen, weitere Fressalien zu holen, rannte ich nochmal hoch aufs Zimmer. Von dort oben hat man nämlich einen deutlich besseren Ausblick auf die Strecke.
Ich sah noch, dass der Zug in einem Bahnhof anhielt. Und stehen blieb.
Eine lange Minute später tauchte der Gegenzug auf:
Bild Bild 48

Nach der Kreuzung im Bahnhof fuhren beide Züge weiter, und ich konnte wieder runtergehen zum Abendessen.

Bilder vom nächsten Morgen gibt es - wer hätte es gedacht - morgen.

Viele Grüße
Benny
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Re: Alpenrhein, Teil 11

#669 Beitrag von Benny » 12. Mai 2019, 13:00

Am nächsten Morgen wurde ich von einem talwärts fahrenden Zug geweckt. Ich musste nicht einmal das Bett verlassen, nur die bereit liegende Kamera schnappen, mich aufs Fensterbrett lehnen und abdrücken:
Bild Bild 49
Die Sonne hatte es zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz über die Berge geschafft.

Eine halbe Stunde später sah das ganze schon anders aus, als die letzte fotografierte Lok vom Vortag wieder ins Tal fuhr:
Bild Bild 50
Dabei handelt es sich um Lok 633 mit Werbebeschriftung "al puls dal Grischun" (was auch immer das bedeutet).

Das nächste Bild entstand erst zwei Stunden später nach dem Frühstück, kurz vor neun:
Bild Bild 51
Lok 625 ist ohne Werbebeklebung rheinabwärts unterwegs.

Im Bahnhof Rabius-Surrein kam es wieder zur Zugkreuzung, kurz darauf fuhr eine für TRAVECO grün beklebte Lok bergauf:
Bild Bild 52
Wie ihr sehen könnt, hat sich in den zwei Stunden seit Bild 50 auch die Lichtstimmung ganz ordentlich verändert.

Auch wenn teilweise verschiedene Ortsangaben dranstehen, sind die Bilder 47-52 alle vom selben Punkt aus entstanden.
Durch Schwenken der Kamera erscheinen unterschiedliche Streckenabschnitte im Bildausschnitt.
In diesem Bereich liegen viele kleine Dörfer, die sich oft einen Bahnhof "teilen". Von unserer Pension aus konnte man sogar zwei dieser Bahnhöfe sehen: Sumvitg-Cumpadials (ganz links, nicht gezeigt, weil "von unten" kaum zu sehen), und Rabius-Surrein (weiter rechts und auch nicht gezeigt, weil etwas hinter Bäumen versteckt).

Morgen gehts dann endlich weiter den Rhein entlang.

Viele Grüße
Benny
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Re: Alpenrhein, Teil 12

#670 Beitrag von Benny » 13. Mai 2019, 12:00

Nach dem Frühstück machten wir uns wieder auf den Weg.
Den Streckenfahrplan hatte ich mir noch zu Hause als PDF aufs Smartphone geladen, aber die kleinen Fahrplantabellen sind nur sehr mühsam zu lesen. Das war aber zum Glück auch gar nicht nötig, dem Taktfahrplan sei dank.
Ich wusste aus Erfahrung, dass es jede volle Stunde eine Zugkreuzung in Rabius-Surrein gibt. Da wir uns nun davon weg bewegten, musste ein Zug entsprechend früher, der andere entsprechend später kommen. Den genauen Zeitunterschied für die aktuelle Position konnte ich mit jedem Zug wieder abgleichen.

Der Plan funktionierte ganz gut. Zehn vor zehn kamen wir in Trun direkt neben dem Bahnhof an einen Bahnübergang, den wir überqueren mussten. An der folgenden Einmündung hatte sich ein kleiner Rückstau gebildet, der uns so lange aufhielt, bis die Schranken runter gingen.
Auf einem Stumpfgleis im Bahnhof abgestellt war eine Gem 4/4 mit der Nummer 801 mit zwei Containerwagen(?):
Bild Bild 53

Kurz darauf kam dann auch der bergwärts fahrende Zug, für den sich die Schranken geschlossen hatten. Gezogen wurde er von der Werbelok-Werbelok 630:
Bild Bild 54

Hinter Trun ging es bergauf, und der Radweg überquerte die im Tunnel laufende Bahnstrecke noch zweimal.
Weil der Hang zwischen Radweg und Gleis ziemlich zugewachsenen war und der nächste Zug bald kommen würde, bat ich um eine kurze Pause an einer Stelle, wo die Gleise dank einer Kurve doch zu sehen waren.
Nach drei Minuten warten kam dann auch der Zug. Vorne dran hing die grüne Lok von Bild 52:
Bild Bild 55

Nach knapp zehn Minuten Geschlängel in Halbhöhenlage hatte der Radweg die Strecke nochmal überquert, sich wieder aufs Gleisniveau "herabgelassen" und verlief nun direkt neben der Bahntrasse.
Von vorne tauchte ein Zug auf, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Die Vorwarnzeit war aber lang genug, dass es für eine wohldosierte Vollbremsung und ein anschließende Foto reichte:
Bild Bild 56
Lok 626 war bergwärts mit einem Glacier Express unterwegs, und damit natürlich außerhalb des Taktfahrplans.

Der nächste planmäßige Zug kam gut eine halbe Stunde später in der Nähe von Waltensburg/Vuorz. Kurz zuvor waren wir an einer guten Fotostelle vorbei gekommen, aber da ich die genaue Durchfahrtszeit nicht kannte, konnte ich schlecht einen Stopp unbekannter Länge "beantragen".
Als dann ein Zuggeräusch hörbar wurde, drehte ich nochmal kurz um und kam so von einer Stelle ganz ohne Streckenblick zu einer Stelle, wo über ein Maisfeld hinweg immerhin ein bisschen was vom Zug zu sehen war:
Bild Bild 57

Morgen gibt es wieder "schönere" Bilder.

Viele Grüße
Benny
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Re: Reale Bahnbilder von Benny

#671 Beitrag von Ingo » 13. Mai 2019, 18:17

Hallo Benny
Benny hat geschrieben:"al puls dal Grischun" (was auch immer das bedeutet).
= Am Puls von Graubünden
Benny hat geschrieben:Morgen gibt es wieder "schönere" Bilder.
Finde die Bilder weder unschön noch nicht normal. Ein Zug fährt nun mal durch die Landschschaft und ist somit einmal besser und einmal weniger gut zu sehen. Solange man sich auskennt ...
Trotzden voller Erwartung auf die "schönen" Bilder

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Re: Alpenrhein, Teil 13

#672 Beitrag von Benny » 14. Mai 2019, 12:00

Ingo hat geschrieben:
13. Mai 2019, 18:17
Benny hat geschrieben:"al puls dal Grischun" (was auch immer das bedeutet).
= Am Puls von Graubünden
Danke für die Übersetzung. Die bekannten Online-Übersetzer haben mir nichts brauchbares geliefert.
Der Satz macht zwar an sich wenig Sinn, aber wenn man bedenkt, dass es Werbung für einen lokalen Radiosender ist (soweit ich das herausgefunden habe), passt es irgendwie doch.

Mit den "unschönen" BIldern meinte ich hauptsächlich die Bilder 54, 56 und 57: Kein richtiges Motiv, dunkler Schatten auf der Lokfront und/oder ein Notschuss an einer ungeeigneten Stelle.
Alles nicht dramatisch (sonst hätte ich die Bilder gar nicht gezeigt), aber wenn du sie mit den folgenden Bildern vergleichst, weißt du vielleicht ungefähr, was ich meine ;-)
_____________________________

Eine halbe Stunde nach dem letzten Bild, gegen viertel nach elf, kamen wir wieder in eine größere Stadt, nach Ilanz. Dort war gerade irgendein Straßenfest zugange. Bevor wir uns durchs Getümmel schoben, setzte ich mich nochmal kurz ab, um eine brauchbare Fotostelle zu finden für den Zug, den ich bald erwartete.
Es kam aber keiner. Ein Blick in den PDF-Fahrplan zeigte, dass Ilanz nur noch einen Bahnhof von der nächsten Kreuzungsstation entfernt ist. Dort begegnen sich die Züge jeweils zur Minute 27.
So lange wollte ich nicht warten (und so gut war die Fotosituation in Ilanz auch nicht). Also ging es weiter.

Eine Kurve nach dem Ortsausgang waren die Bedingungen dann aber perfekt: Leicht erhöhter Standpunkt am Rand der Straße, grüne Wiese, Sonnenschein, und Lok 630, die sich mit ihrem Zug durch die Landschaft schlängelt:
Bild Bild 58

Da schon im nächsten Bahnhof die Kreuzung mit dem Gegenzug anstand, dauerte es auch nicht lange, bis dieser auftauchte. Ich kam nur ein paar hundert Meter weiter, bis hinter den nächsten Baumriegel. Dort gibt es eine kleine Brücke:
Bild Bild 59

Dann begann die Rheinschlucht, wo sich der Rhein tief in die Kalksteinfelsen eingegraben hat.
Die Bahnstrecke hatte noch in der Schlucht Platz gefunden, eine Straße nicht mehr. Also mussten wir "oben rum".
An manchen Stellen konnte man aber von der Straße in die Schlucht runterschauen, auch die Bahnstrecke war abschnittsweise sichtbar.
Jetzt musste nur noch ein Zug auftauchen...
Aber seit der letzten Zugkreuzung war noch nichtmal eine halbe Stunde vergangen.
Während ich das noch dachte, schob sich Lok 620 ins Bild:
Bild Bild 60
Ach ja, den Glacier Express gibt's ja auch noch...

40 Minuten später waren wir an einer Stelle mit "Loch im Berg" (in der rechten Bildhälfte, oberhalb des Häuschens).
Die Rheinschlucht war hier schon deutlich tiefer, und die Straße weiter entfernt. Beides gleicht sich gerade aus, nur die Züge am Grund der Schlucht sind nun deutlich kleiner.
Ein solcher kam sogar nach zwei Minuten Warten, wenn auch aus der "falschen" Richtung.
Den Zug selbst habe ich mit ordentlich Zoom aufgenommen, und dann in ein zuvor entstandenes Übersichtsbild reinmontiert.
Damit überhaupt was vom Zug zu erkennen ist, habe ich ihn links im Bild in groß platziert. Wer findet ihn auch im Übersichtsbild?
Bild Bild 61

Morgen gibts noch mehr Schluchten-Bilder.

Viele Grüße
Benny
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Re: Alpenrhein, Teil 14

#673 Beitrag von Benny » 15. Mai 2019, 12:00

Kurze Zeit später kamen wir nach Versam. Obwohl der Ort "oben" liegt, hat er einen Bahnhof – aber eben "unten" in der Rheinschlucht. Dort runter führt auch ein Weg, den hätten wir dann aber auch wieder hoch fahren müssen. Für den geringen Nutzen (Bahnhofsfoto ohne Zug?) war uns der Aufwand dann doch zu groß.
Also ging es weiter entlang der Radroute, aber auch die führte hinter Versam in Serpentinen bergab. Diese waren teilweise schon modernisiert, teilweise wurden sie es gerade. Der Verkehr wurde durch eine Baustellenampel geregelt.
Hinter der Baustelle wurden wir von einem Schweizer Postauto (in Deutschland gilt sowas als Bus) mit dem typischen Dreiklanghorn überholt:
Video 62

Hinter der Kurve, in der das Postauto am Ende des Videos verschwindet, überqueren zwei Brücken nebeneinander den Versamer Tobel.
Die alte Brücke darf nur noch von Fußgängern und Radfahrern überquert werden, die Straße läuft über eine 2012 fertiggestellte moderne Betonkonstruktion.
Einen Mittelpfeiler hat keine der beiden Brücken, der hätte nämlich gefühlt länger sein müssen als die Brücke selbst.
Um die Brücke in voller Länge und den Tobel in voller Tiefe zu erfassen, war ein Panoramabild aus zwölf Einzelfotos nötig:
Bild Bild 63

Nach zwei kurzen Tunnels kamen wir an einen Aussichtspunkt mit Blick in die Rheinschlucht. Auch hier gibt's ein Panoramabild:
Bild Bild 64

Während wir auf den nächsten Zug warteten, fuhren unten auf dem Rhein ein paar Schlauchboote und Standuppaddler vorbei.
Nach gut fünf Minuten warten kam dann auch der gewünschte Zug in der Ferne um die Kurve, wurde von Lok 632 ein gerades Stück entlang gezogen...
Bild Bild 65

... und verschwand schließlich um die nächste Kurve hinter einem Felsvorsprung. Ihr dürft nochmal ein bisschen scrollen:
Bild Bild 66

Ein paar Kurven und 500 Meter weiter kam schon der nächste Aussichtspunkt (sogar mit kleinem Turm zum hochklettern), aber natürlich nicht noch ein Zug.
Stattdessen ging es nun bergab, 3,5km weit und schnurgerade, bis nach Bonaduz.

Dort geht der Bericht morgen weiter.

Viele Grüße
Benny
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Re: Reale Bahnbilder von Benny

#674 Beitrag von Tonio1044 » 15. Mai 2019, 20:09

Wat will man mehr als Alpenglühn Fan :lol: :yeah:

Schöne Berge tiefe Schluchten und eine Alpenbahn :love

Schöne Bilder Benny :daho
8-)Mr.Joe Cool in the House!! 8-)

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Re: Alpenrhein, Teil 15

#675 Beitrag von Benny » 16. Mai 2019, 12:00

Nach der langen Abfahrt war die Rheinschlucht vorbei, dafür kam eine neue Bahnstrecke aus St. Moritz dazu.
In diese Richtung ist gerade Lok 647 mit einem Zug unterwegs:
Bild Bild 67

Direkt davor (durchs Gras verdeckt, aber durch die Oberleitungsmasten trotzdem zu erkennen) verläuft die Strecke vom Oberalppass, an der wir die ganze Zeit entlang gefahren waren.
Die Vereinigung beider Strecken befindet sich kurz hinter der Brücke im Hintergrund am Ende des Zuges.
Ab hier teilen sich beide Strecken für die restlichen ca. 12km bis Chur ein gemeinsames Gleis.

Rhein und Main klingen nicht nur ähnlich, sondern haben noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie fangen mit zwei fast gleich großen Armen an, die sich irgendwann frontal begegnen und dann im rechten Winkel weiter fließen. Beim Main heißen die beiden Quellflüsse Roter und Weißer Main, beim Rhein sind es der Vorder- und Hinterrhein.
Wie schon beim Main waren wir am in Fließrichtung gesehen linken Quellfluss unterwegs, dem Vorderrhein.

Von der Maintaltour im Mai hatte ich ja schon ein Bild vom Mainzusammenfluss gezeigt (mein Handy kennt das Wort auch noch). So sieht der Rheinzusammenfluss aus:
Bild Bild 68
Von links vorne kommt der dunkle Vorderrhein, von hinten der helle Hinterrhein. Nach links hinterm Felsen verschwindet dann der "richtige" Rhein.
Über die Brücke verläuft die vorhin angesprochene gemeinsame Bahnstrecke nach links in Richtung Chur.

Der Radweg führte dann erstmal bergauf und weg von den Gleisen.
Vom gegenüberliegenden Hang konnte man manchmal aber doch einen Blick auf die Strecke werfen, so wie hier in Reichenau-Tamins, wo die Lok mit Siemens-Werbung einen Zug nach Chur zieht:
Bild Bild 69

Bei Felsberg trafen wir wieder auf die Bahnstrecke und auch gleich noch auf einen Zug:
Bild Bild 70
Links im Hintergrund sind schon Hochhäuser von Chur zu sehen.

Wenig später waren wir dann auch dort, und füllten bei einem Lidl unsere Vorräte auf.
Wie gewohnt blieb ich draußen, bewachte die Fahrräder und erkundete die nähere Umgebung.
Dabei entdeckte ich ein Dreischienengleis, das hinter dem Gebäude entlang lief:
Bild Bild 71
Züge fuhren hier aber leider nicht, das war nur ein Anschlussgleis.

In Chur begann dann wieder die "richtige Eisenbahn", also Normal- statt Schmalspur. Hier endet z.B. eine IC-Linie aus Basel.

Nach dem Einkaufen kamen wir direkt am Bahnhof vorbei. Da man in großen Bahnhöfen aber nicht wirklich gut fotografieren kann, verschoben wir die anstehende Essenspause lieber noch ein paar Kilometer. Der Radweg lief nämlich die nächsten zehn Kilometer mehr oder weniger direkt neben der Bahnstrecke nach Landquart.
In Chur versteckte sich die Strecke noch hinter Schallschutzwänden. Nachdem wir noch eine Autobahn überquert hatten, kamen wir – eine Stunde nach dem letzten Bild – gerade rechtzeitig für einen Zug um die Kurve:
Bild Bild 72
Richtig, das ist schon wieder ein Schmalspurzug der RhB. Bis Landquart läuft nämlich noch ein Schmalspurgleis neben der zweigleisigen Normalspurstrecke weiter.

Während der Schmalspurzug langsam nach hinten verschwand, tauchte ein weiterer Zug von dort auf. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass dieser Zug deutlich schneller war. Der Thurbo (die Bezeichnung ist vom Kanton Thurgau abgeleitet) macht seinem Namen alle Ehre!
Plötzlich war er da, da reichte es nur noch für einen Nachschuss:
Bild Bild 73
Immerhin mit grünem Signal und Schmalspurgleis im Vordergrund.

Fünf Minuten später kam ein Doppelstocktriebzug von vorne. Die Strecke war an der Stelle eingezäunt, aber die Kamera passte hindurch:
Bild Bild 74

Nächster Zug, zehn Minuten später:
Bild Bild 75
Eine Re 460 schiebt einen achtteiligen IC2000 die letzten Kilometer nach Chur.

Die nächsten und letzten Bilder (von diesem Tag) gibt es morgen.

Viele Grüße
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Re: Alpenrhein, Teil 16

#676 Beitrag von Benny » 17. Mai 2019, 14:00

Kurz hinter dem Bahnhof Untervaz-Trimmis überquert die Schmalspur- die Normalspurstrecke. Passenderweise kam gerade ein Allegra über die Brücke gefahren:
Bild Bild 76

Kurz darauf fanden wir nahe des Bahnhofs Zizers eine Bank, wo es dann erstmal eine Vesperpause gab.
Vor der Strecke verlief leider ein dickes grünes Rohr, wo man nur knapp drüberknipsen konnte.
Außerdem war die Sicht nach links und rechts durch Brücken verdeckt, sodass die Züge meist ohne Vorwarnzeit auftauchten.
Aber es war viel los, dementsprechend zeige ich nur eine kleine Auswahl der 11 Züge, die in gut einer halben Stunde vorbeihuschten.

Ein Nachschuss auf einen doppelstöckigen IC2000, dem noch eine einstöckige Verstärkerwagengruppe incl. Steuerwagen angehängt worden war:
Bild Bild 77
Wenn man genau hinschaut, ist der Doppelstocksteuerwagen vier Wagen weiter hinten auch noch zu sehen.

Ein Thurbo, der noch nicht um die nächste Kurve verschwunden ist:
Bild Bild 78

Noch einer der Doppelstocktriebwagen:
Bild Bild 79

Die RhB schickte auch noch insgesamt drei Schmalspurzüge vorbei. Dieser hier wird von der sechsachsigen Lok 701 Richtung Chur gezogen:
Bild Bild 80
Im Hintergrund (zwischen letztem Wagen und Lampenmast) ist noch das Bahnhofsgebäude von Zizers zu erahnen, wo der Zug kurz zuvor gehalten hatte. Normalspurzüge fahren hier ohne Halt durch.

Als wir weiterfuhren, fuhr noch ein Doppelstocktriebzug vor der Bergkulisse vorbei:
Bild Bild 81

Vier Minuten später um 17:46 Uhr, folgte ein IC2000:
Bild Bild 82

Das war schon der letzte Zug des Tages. Es fuhren danach mit Sicherheit noch mehr Züge, aber ich sah keinen mehr. Das lag hauptsächlich daran, dass der Radweg ab jetzt schnurgerade den Rheindeich entlang führte.
Die Bahnstrecke verlief zwar laut Karte teilweise dicht daneben, gesehen habe ich davon aber nichts.

Eine Stunde später begann auf der anderen Seite des Rheins Liechtenstein.
Nach einer Flussbiegung kam eine Brücke, und wir reisten wieder in die EU ein. Das war dank offener Grenze aber total unspektakulär.

Von Liechtensteiner Seite gibts noch einen Blick zurück:
Bild Bild 83
Seit Bild 42 hat sich der Rhein doch etwas verändert.
Dieses Aussehen (schnurgerade, eingedeicht, mit Kiesbänken abwechselnd auf beiden Seiten) wird sich bis zum Bodensee auch nicht mehr ändern.

Mittlerweile war es acht Uhr abends, Zeit, eine Übernachtung zu suchen.
Die Auswahl in Liechtenstein ist nicht sonderlich groß. Beim angeblichen Hotel, das wir zuerst ansteuerten, fanden wir keinen Eingang.
Letztendlich landeten wir in einer Jugendherberge - bzw. der Jugendherberge von Liechtenstein (die aber vom schweizerischen Jugendherbergsverband betrieben wird).

Morgen gehts weiter mit Bildern vom nächsten Tag.

Viele Grüße
Benny
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Re: Alpenrhein, Teil 17

#677 Beitrag von Benny » 18. Mai 2019, 12:00

Am nächsten Morgen statteten wir dem Hauptstadtbahnhof von Liechtenstein einen Besuch ab. Naja, er liegt nicht wirklich in der Hauptstadt (Vaduz), sondern in Schaan, aber er heißt immerhin Schaan-Vaduz.
Und es ist auch nicht wirklich ein Bahnhof, sondern nur ein Bahnsteig an einer eingleisigen Strecke:
Bild Bild 84

Immerhin gibt es noch ein Empfangsgebäude (weiß, im Hintergrund) und einen Güterschuppen:
Bild Bild 85
Inwiefern die beiden Gebäude noch genutzt werden, weiß ich nicht.

Für mich fast des wichtigste: Es war ein Streckenfahrplan der ÖBB ausgehängt.
Der Verkehr ist übersichtlich (18 Züge pro Tag und Richtung), besteht aber zur Hälfte aus Fernverkehr (ein EC, zwei Nightjets und sechs Railjets). Die fahren zwar von Feldkirch (Österreich) bis Buchs (Schweiz) ohne Halt durch Liechtenstein, aber ein Fernverkehrshalt in bei der Hauptstadt wäre ja wohl auch zu viel verlangt ;-)

Aus dem Fahrplan ging hervor, dass in einer Viertelstunde ein Railjet nach Buchs (der nächste Bahnhof, hinter der Schweizer Grenze) fährt, und direkt anschließend von dort ein EC in die Gegenrichtung startet.

Der Nicht-Hauptstadt-Nicht-Bahnhof bot aber keine guten Fotomotive, deshalb fuhren wir erstmal wieder zurück zum eigentlichen Radweg auf den Rheindeich.
Dort überquert auch die Bahnstrecke die Grenze zwischen Liechtenstein und der Schweiz mit einer Brücke über den Rhein.
Leider verschwand pünktlich zur Durchfahrt des Railjets die Sonne hinter einer Wolke :|
Deshalb habe ich mir erlaubt, bei der Nachbearbeitung mal wieder etwas stärker mit den Reglern zu spielen.
Bild Bild 86

Kaum war der Railjet weg, kam auch die Sonne wieder raus. Was nicht kam, war der EC.
Meine Schwester und meinen Vater wollte ich auf der anderen Seite nicht ewig warten lassen, deshalb gab ich die Warterei auf den Zug irgendwann auf und fuhr auch rüber.
Und kaum war ich drüben, tauchte der EC doch noch auf. Vorne dran hingen gleich zwei Tauri und ein SBB-Panoramawagen:
Bild Bild 87
Leider im Gegenlicht (ich hatte nicht umsonst auf der anderen Seite gewartet), aber immer noch besser als gar kein Bild.

Weiter ging's, immer den Rheindeich entlang. 40 Minuten später war Liechtenstein zu Ende, und wir befanden uns in Österreich. Zugmäßig gab es dort aber nichts zu sehen.
Zwar führte später noch eine elektrifizierte Feldbahn am Rheindeich entlang, stellenweise standen sogar ein paar Loren rum, aber bewegt hat sich dort auch nichts.
Wie ich später im Internet herausfand, handelt es sich dabei um die "Dienstbahn der Internationalen Rheinregulierung", auf der wohl ab und zu noch Museumsbetrieb stattfindet - aber nicht, als wir dort waren.

Bevor der Rhein in den Bodensee mündet, überquerten wir ihn nach Westen.
Um überhaupt noch was aus Österreich zu zeigen, vorher aber noch ein Bild von der Streckenführung des "Rheinbähnles" auf dem Deich Richtung Rheinmündung:
Bild Bild 88

Anschließend folgten wir dem Verlauf des Alten Rheins, der auch heute noch die Grenze zwischen Österreich und der Schweiz bildet. Auch diesen überquerten wir schließlich und waren damit wieder in der Schweiz.
Bilder von dort gibt es aber erst übermorgen - morgen ist erstmal Radsternfahrt.

Viele Grüße
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Re: Alpenrhein, Teil 18

#678 Beitrag von Benny » 20. Mai 2019, 13:00

Noch ein paar Kilometer weiter überquerten wir in Altenrhein die Bahnstrecke, an der wir schon den ganzen Tag entlang gefahren waren, ohne sie zu sehen (unter anderem wegen Rheindeichen und Autobahnen).
Gerade als wir uns den Gleisen näherten, senkten sich die Schranken, und ein Thurbo kam durchgerauscht:
Bild Bild 89

Der Radweg führte nun direkt neben den Gleisen entlang. Drei Minuten später schloss sich der nächste Bahnübergang (auf dem Bild zwei Oberleitungsmasten weiter hinten), und 421 383-1 folgte mit einem IC:
Bild Bild 90

Weitere zehn Minuten später überquerten wir die Gleise ein weiteres Mal, diesmal auf einer Brücke über die Bahnhofseinfahrt von Rorschach.
Ich musste nicht lange warten, bis der nächste Thurbo unter mir durchfuhr:
Bild Bild 91

Ich muss euch schonmal warnen: Diese Züge haben uns den ganzen Tag begleitet. Von zwanzig habe ich (meist mehrere) Fotos. Ich versuche mich zu beschränken, trotzdem werdet ihr noch einige zu sehen bekommen. Immerhin sind sie nicht rot :grins:

Vorher aber noch ein Bild von einem Rangiertraktor der Appenzeller Bahnen, der ebenfalls in Rorschach stand:
Bild Bild 92

Dann ging es weiter, immer die Bodenseepromenade entlang.
Die Bahnstrecke folgte auch dem Bodenseeufer, aber mit etwas mehr Abstand, sodass meistens ein paar Häuserreihen im Weg waren.

Irgendwann kam der Wunsch nach einer Essenspause auf. Zufällig sah ich durch eine Häuserlücke ein Gebäude, das irgendwie "bahnhofsartig" aussah. War es auch, nämlich der Bahnhof von Arbon:
Bild Bild 93

In einem Glasanbau stand noch ein altes Hebelstellwerk:
Bild Bild 94

Darüber hing ein Spurplan des Bahnhofs:
Bild Bild 95

Nach gut einer halben Stunde, in der drei Züge gekommen waren (auf der Strecke gibt es einen Halbstundentakt), ging es für uns weiter.
Ihr müsst euch noch bis morgen gedulden :P

Viele Grüße
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Re: Alpenrhein, Teil 19

#679 Beitrag von Benny » 21. Mai 2019, 12:00

Hinter Arbon verlief der Radweg für die nächsten 25 Kilometer zwar nicht durchgehend, aber zum großen Teil direkt neben der Strecke.
Viele frühzeitig schließende Bahnübergänge, eine weit nach vorne und hinten einsehbare Strecke und ein leicht zu schätzender Halbstundentakt sorgten dafür, dass zig Züge auf der Speicherkarte landeten. Aber halt immer die gleichen.
Deshalb nur noch ein Thurbo-Bild von diesem Streckenabschnitt:
Bild Bild 96

Zusätzlich zu den Thurbos fuhren im Stundentakt auch noch sechsteilige Doppelstocktriebzüge auf dieser Strecke. Hier einer davon:
Bild Bild 97

Etwas später waren wir dann schon in Konstanz. Von hier aus hätten wir nach Hause fahren können. Wir hatten aber noch einen Urlaubstag mehr eingeplant, den wollten wir auch nutzen.
Also fuhren wir einfach weiter den Rhein entlang, der hier immer noch Teil des Bodensees (in diesem Bereich Untersee genannt) ist.
Wieder mit dabei: Eine Bahnstrecke, auf der haufenweise Thurbos fuhren.
Zum Beispiel dieser hier zwischen Berlingen und Steckborn:
Bild Bild 98

In der Nähe von Mammern kamen uns sogar vier Triebwagen auf einmal entgegen:
Bild Bild 99
(leider habe ich kein Bild, auf dem alle vier gleichzeitig zu sehen sind)

In Stein am Rhein kamen wir wieder an einen geschlossenen Bahnübergang.
Ein Thurbo kam von hinten, aber danach gingen die Schranken trotzdem nicht auf. Grund dafür war eine Zugkreuzung im Bahnhof Stein am Rhein, sodass eine Minute später schon der nächste Thurbo kam:
Bild Bild 100

Die Sonne war schon eine halbe Stunde zuvor untergegangen, mittlerweile war es neun Uhr abends. Zeit, eine Übernachtung zu suchen, die wir auf der anderen Rheinseite dann auch fanden.

Auch wenn die 100 Bilder jetzt voll sind, gibts morgen noch einen letzten Bericht vom nächsten (und letzten) Tag der Radtour.

Viele Grüße
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Re: Alpenrhein, Teil 20

#680 Beitrag von Benny » 22. Mai 2019, 13:00

Am nächsten Morgen ging es auf der deutschen Seite des Bodensees zurück nach Konstanz. Ab Radolfzell war wieder eine Bahnstrecke dabei, aber längst nicht so fototauglich wie die am Schweizer Ufer.
Am Haltepunkt Konstanz-Wollmatingen kam uns ein Seehaas entgegen, also genau dort, wo wir an Pfingsten ausgestiegen waren.
Von damals wusste ich noch, dass kurz darauf ein Zug der Gegenrichtung kommt. Und so war es auch:
Bild Bild 101

Von Konstanz aus setzen wir mit der Autofähre über nach Meersburg, um den Umweg um den Überlinger See Zu vermeiden.
Eineinhalb Stunden später waren wir in Friedrichshafen, von wo aus es dann mit der Bahn zurück nach Reutlingen gehen sollte.

Erstmal kam aber 628 563 in den Bahnhof gerollt...
Bild Bild 102
... um anschließend zum Hafenbahnhof zu fahren, der weniger als einen Kilometer vom "Stadtbahnhof" entfernt hinter einer Kurve liegt.

245 037 war gerade mit ein paar Doppelstockwagen aus Stuttgart gekommen, und wendet hier zur Weiterfahrt nach Lindau:
Bild Bild 103

Eine Minute, nachdem dieser Zug nach Lindau abgefahren war, tauchte der Gegenzug aus dieser Richtung auf. Auf den hatten wir gewartet.
Gezogen wurde er von 218 409-1:
Bild Bild 104
Zeitgleich war auch 628 563 vom Hafenbahnhof zurückgekommen (rechts im Bild ist er noch zu sehen).

Wir hatten nun zwei Möglichkeiten: Mit diesem Zug über Ulm bis Plochingen bzw. Stuttgart fahren, und von dort nach Reutlingen; oder schon in Aulendorf umsteigen in einen IRE, der von dort über Tübingen nach Reutlingen fährt.
Letzteres war planmäßig schneller, hatte aber nur eine knappe Umsteigezeit: dank Verspätung unseres Zuges ca. null Minuten, incl. Bahnsteigwechsel mit drei Fahrrädern in einem uns unbekannten Bahnhof.
Deshalb schauten wir bei der Einfahrt nach Aulendorf aus dem Fenster: Wenn uns der neue Zug schon entgegenkommt, bleiben wir im alten Zug sitzen und fahren über Stuttgart. Wenn der neue Zug auch gerade erst einfährt, ist ein Umstieg zu riskieren.

Tatsächlich war aber gar nichts von einem landesfarbenen RegioSwinger zu sehen. Verpasst haben konnten wir ihn nicht (so viel Verspätung war es dann doch nicht), also musste er wohl noch kommen.

Erstmal kam aber ein stark verspäteter IC aus ÖBB-Wagen Richtung Süden eingefahren, gezogen von der letztgebauten 218 499 (die jetzt am Samstag eine Abschiedsfahrt gemacht hat) und einer Schwestermaschine:
Bild Bild 105

Auf einem Stumpfgleis am Bahnsteigende fuhr ein RegioSwinger ein. Wir wollten gerade dorthin fahren (eine unangekündigte Gleisverlegung?), als wir das "Nicht einsteigen" im Zielanzeiger bemerkten. Das war wohl nur der Gegenzug, der hier endete.

Irgendwann kam dann aber auch endlich "unser" Zug auf Gleis 1 eingefahren. Nachdem alle Fahrgäste eingestiegen waren, ging es los Richtung Reutlingen. Die Fahrt dauerte zwar noch zwei Stunden, aber die Zeit konnte man gut nutzen, zum Bilder aussortieren (ich) oder zum Schlafen (die anderen).

Damit war die Alpenrheintour endgültig vorbei. Ich hoffe, euch haben die Bilder und der Bericht drumherum gefallen.

Viele Grüße
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