Reale Bahnbilder von Benny

Bundesbahn, Reichsbahn und Co
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Branderjung
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Re: Reale Bahnbilder von Benny

#921 Beitrag von Branderjung »

Hallo Benny,
nachdem ich schon lange in diesem Beitrag nichts mehr geschrieben habe, hole ich das hiermit nach!

Ich muss sagen sehr viele schöne Fotos und du hast ein Händchen dafür die Züge/Loks stimmungsvoll in der Landschaft abzulichten.
Einfach toll und großes Kino was du uns hier immer zeigst.

Danke dafür das du uns teilnehmen lässt an deinen Fototouren (Fahrradtouren)
Gruß Herbert
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Benny
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Re: Güterverkehr auf der herbstlichen Zollernalbbahn, Teil 2

#922 Beitrag von Benny »

Da wir natürlich nicht den ganzen Tag in Storzingen warten wollten, gingen wir nach den beiden IREs los in Richtung Sigmaringen.
Der Weg verläuft nicht immer in Sichtweite der Bahnstrecke, aber wir waren zufälligerweise gerade kurz vor einer Brücke, als wir ein näherkommendes Geräusch hörten. Wenige Sekunden später kam die SWEG-blau lackierte V151 hinter Gestrüpp hervorgefahren. Es reichte gerade noch für einen Notschuss:
Bild Bild 8
Wie auf dem Bild unschwer zu erkennen ist, war die Lok nicht alleine unterwegs, sondern hatte noch ein paar Gaskesselwagen am Haken, die sie wohl zuvor irgendwo anders eingesammelt hatte.
Wir spekulierten darauf, dass die Rangierarbeiten in Storzingen etwas Zeit in Anspruch nehmen, sodass die Lok nicht vor dem nächsten Personenzug zurück käme.
Etwas weiter kannte Oli eine größere Ackerfläche, über die hinweg man einen guten Blick auf die Strecke hat.
Rechtzeitig zu den nächsten Regioshuttles waren wir da:
Bild Bild 9

Was man auf den Bildern nicht sieht, ist die Bodenbeschaffenheit des Feldwegs, auf dem ich stand. Der Weg sah eigentlich ganz normal aus (zwei gekieste Fahrspuren mit Grasstreifen dazwischen), war aber mit Lehmbrocken vom angrenzenden Feld gesprenkelt. Auch die sahen ziemlich harmlos aus, erwiesen sich aber als äußerst klebrig. Nicht am Boden, aber an Schuhen und Fahrradreifen. Der Dreck verklemmte sich dann unter den Schutzblechen, sodass schon nach wenigen Metern die Räder lieber über den Boden rutschten als sich am Dreck vorbeizudrehen.
Die Zeit bis zur Rückkehr der Regioshuttles nutzte ich dann dafür, mein Fahhrad aus dieser "Lehmhölle" herauszubekommen und es wieder in einen halbwegs fahrfähigen Zustand zu versetzen. Ich konnte dann sogar noch das Feld entlang fahren, um den Zug bei der Rückfahrt nach Tübingen von der anderen Seite aufzunehmen:
Bild Bild 10

Nach einem erneuten Wechsel der Feldseite kam nur sechs Minuten nach den Regioshuttles die blaue Lok zurück, am Haken hatte sie nun - wie erwartet - die Flachwagen aus Storzingen sowie am Zugende die mitgebrachten vier Gaskesselwagen:
Bild Bild 11

Mittlerweile war auch die Planzeit für den anderen Güterzug gekommen, der hier neben dem Salzzug halbwegs regelmäßig unterwegs ist. Ziel dieses "Holcim-Zugs" ist das Zementwerk in Dotternhausen nahe Balingen.
Wir wechselten einmal mehr die Ackerseite, und warteten, ob vor dem planmäßigen IRE noch etwas anderes kommen würde. Als wir aus der Ferne Zuggeräusche hörten, war die Planzeit des IREs schon fast erreicht - aber eben erst fast, deshalb stammten die Geräusche auch nicht vom IRE, sondern von einer angemieteten Gravita, die kurz darauf zwischen hohen Bäumen um die Kurve bog:
Bild Bild 12

Mit weniger Zoom konnte ich ein paar Sekunden später noch den gesamten Zug mit 15 Staubgutwagen aufs Bild bringen:
Bild Bild 13

Morgen, im dritten Teil des Berichts, gibt es dann sogar ein paar Sonnenbilder zu sehen.

Viele Grüße
Benny
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Ingo
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Re: Reale Bahnbilder von Benny

#923 Beitrag von Ingo »

Hi Benny,

Seit meiner letzten Sichtung ist viel Zeit vergangen und viele Züge durchs Land gefahren. Viele Züge sind einander ähnlich, du versuchst aber, immer wieder eine neue Sichtweise und Abbildung zu finden.

Sehr schön sind die Herbst-Bilder mit den Regioshuttles. Das ist irgendwie anheimelnd.
Die Dampflok hast du schön abgebildet. War das eine 18.3 (ehem. badische IV h)? Die Innenzylinder fallen auf. Ich kenne ja Dampfloks schlecht und schon gar nicht mehrzylindrische.

Zum Schienenbus: Die Privatbahnen in Österreich haben aus Sparsamkeitsgründen lange Zeit keine modernen Fahrzeuge angeschafft sondern vorhandene gepflegt und sanft modernisiert. So können deutsche Museumsbahnen immer wieder auf interessante Fahrzeuge zurückgreifen. (z.B. eine Gleichstromlok aus Wuppertal von 1904).

Bist du immer noch/schon wieder in Kurzarbeit?

Grüße
Ingo

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Benny
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Re: Güterverkehr auf der herbstlichen Zollernalbbahn, Teil 3

#924 Beitrag von Benny »

Nach dem knapp vorausgefahrenden Güterzug war der folgende IRE Richtung Stuttgart mit nur einer Minute Verspätung überraschend pünktlich unterwegs. Vom entgegenkommenden IRE Richtung Aulendorf konnte man das nicht behaupten, hatte der doch im Laufe der Fahrt 20 Minuten Verspätung aufgesammelt. So schien aber gerade die Sonne, als 612 128 mit grüßendem Lokführer um die Kurve bog:
Bild Bild 14

Die auf den Bildern 12 und 14 (im Hintergrund) sichtbare Brücke ist übrigens beidesmal die selbe. Aufgrund der interessanten Bauweise habe ich auch noch ein Bild von der Seite gemacht:
Bild Bild 15
Während der lange Mittelteil der Brücke (zur Überquerung des Flüsschens Schmeie) aus einem hohen Blechträger besteht, sind die auf beiden Seiten daran anschließenden Blechträger möglichst flach ausgeführt - trotzdem bleibt für die darunter verlaufenden Wege nur eine Durchfahrtshöhe von 3,4m.
Dies ist übrigens nicht die einzige Schmeie-Querung. Wenn ich mich nicht verzählt habe, wechselt die Bahnstrecke zwischen Albstadt und Inzigkofen 19-mal die Seite des Gewässers!

Die Wanderung ging weiter, in das Örtchen Oberschmeie hinein und gleich wieder hinaus. Kurvig überquert der Weg einen Bergrücken, den die Bahnstrecke mit dem 125m langen Wendenbühltunnel durchquert. Zwischen Tunnelportal und darüber hinweg verlaufendem Weg wuchsen zu viele Bäume zum Hindurchfotografieren, aber neben dem Tunnelportal sahen wir ein kleines Stückchen Wiese, zu dem wir uns durchkämpften. Die Sonne kam nochmal kurz raus, verschwand aber wieder, noch bevor die nächsten Regioshuttles aus Sigmaringen kamen:
Bild Bild 16
Die Perspektive ist ähnlich wie in Bild 14, am Telegrafenendmast kann man aber erkennen, dass dieser Einschnitt kurz darauf in einen Tunnel übergeht.

Kurze Zeit später waren wir in Unterschmeien. Am dortigen Sportplatz warteten wir fast zwei Stunden auf die Rückkehr des Salzzugs - vergebens. Stattdessen kamen "nur" die planmäßigen Personenzüge. Von den beiden IREs gibts keine tollen Bilder, aber für die nächste HzL nach Sigmaringen kam nochmal die Sonne raus:
Bild Bild 17

Bei der Rückfahrt (zwei Stunden nach Bild 16) wurde immerhin der Zug noch leicht angestrahlt - und der Kalksteinfelsen, der im Hintergrund aus der Landschaft ragt:
Bild Bild 18

Nach dem Bild warteten wir nochmal zwanzig Minuten, ob der Salzzug vielleicht nach einer Kreuzung mit den Regioshuttles in Storzingen auftauchen würde - tat er aber nicht.
Die Felsen hatten aber Olis Interesse geweckt. Wo man hochgucken kann, müsste man doch auch runtergucken können!? Nachdem wir ein Weilchen durch den Ort und den Wald geirrt waren, fand ich tatsächlich eine Stelle mit Ausblick nach unten - nicht genau oberhalb der Felsen, sondern etwas seitlich davon (ich glaube, ziemlich genau oberhalb des Zugs in Bild 18).

Wir mussten nicht sonderlich lange warten, bis sich der nächste IRE nach Aulendorf zu unseren Füßen in die Kurve legte:
Bild Bild 19

Oli wollte hier noch den Salzzug abwarten, da es im Folgenden kaum noch eine Fotostelle gegeben hätte, die für den Salzzug lang genug gewesen wäre. Ich war der Meinung, dass der Salzzug eh erst eine Stunde später käme (nach den nächsten Regioshuttles), so lange wollte ich an dieser Stelle nicht mehr warten. Ich ließ mich aber überreden, wenigstens noch ein bisschen zu bleiben.

Ob sich das gelohnt hat, erfahrt ihr - Achtung, Cliffhanger! - erst morgen :P

Viele Grüße
Benny
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Re: Güterverkehr auf der herbstlichen Zollernalbbahn, Teil 4

#925 Beitrag von Benny »

Um die Spannung vom Ende des letzten Teils gleich wegzunehmen: Das Warten hat sich gelohnt!
Eine Viertelstunde nach dem IRE tauchte schon wieder ein Spitzenlicht unter der Straßenbrücke im Hintergrund auf, und V152 der HzL bog mit dem nun beladenen Salzzug um die Kurve:
Bild Bild 20
Die Gravita fehlt ebenso wie der Rungenwagen. Generell scheint es sich nicht um den selben Zug zu handeln, der am Morgen hingefahren ist, jedenfalls stimmen die Alterungsspuren bzw. Dachfarben nicht überein. Immerhin den Verbleib der Gravita konnte ich nachträglich klären: Sie hat den Salzzug noch bis zum Scheitelpunkt der Strecke in Albstadt nachgeschoben, und ist anschließend wieder zurückgefahren nach Balingen, um den Holcim-Zug zu helfen (der kam aber nicht mehr bei Tageslicht).

Nachdem wir so ziemlich das Maximum an Güterverkehr aus der Zollernalbbahn herausgekitzelt hatten, machten wir uns auf die letzte Etappe Richtung Donautal. Was nach "bergab" klingt, bedeutete für uns "bergauf", denn wir wollten zur Burgruine Gebrochen Gutenstein, bzw. zu einem Aussichtsfelsen ganz in der Nähe. Wir kamen gerade oben an, als unter uns die nächsten zwei Regioshuttles nach Sigmaringen fuhren.
Die Rückfahrt eine Viertelstunde später sah aber (bis auf die Farbe der Lichter) identisch aus:
Bild Bild 21

Was auf obigem Bild wie eine zweigleisige Strecke aussieht, sind in Wirklichkeit zwei eingleisige Strecken, die bis Inzigkofen parallel verlaufen. Dreht man sich nach rechts, sieht man die Trennung der beiden Strecken: Während die Donautalbahn dem Donautal Richtung Tuttlingen folgt, biegt die Zollernalbbahn nach rechts ab ins Tal der Schmeie - und darauf die beiden Regioshuttles:
Bild Bild 22
(Falls das Bild bei euch nicht vollständig auf den Bildschirm passt: Hier klicken, in der Einzelansicht skaliert der Browser das Bild normalerweise automatisch so, dass es passt.)
Die Mündung der Schmeie in die Donau wird hier leider gerade von der Brücke der Donautalbahn verdeckt. Dafür sind im Gegenlicht die Y-Schwellen gut zu sehen, die auf beiden Strecken verbaut sind.

In nächster Zeit war kein Zug mehr zu erwarten, deshalb machten wir uns auf den Weg nach Sigmaringen. Der schnellste Weg führte nicht durchs Tal an der Bahnstrecke entlang, sondern gerade durch den Wald - dementsprechend sahen wir in der folgenden Stunde keinen Zug mehr, obwohl auf der Donautalbahn bestimmt noch was gefahren wäre.
Als wir in Sigmaringen ankamen, blieb uns noch fast eine Stunde bis zur Abfahrt des nächsten Zuges nach Tübingen. Während Oli schon zum Bahnhof ging, erklomm ich nochmal einen (kleineren) Aussichtsfelsen, der direkt über der Bahnstrecke liegt.
Der nächste Zug von der Donautalbahn her kam ein paar Minuten früher als geplant, so blieb mir nur ein Notschuss - und der misslang gründlich.
Als Ersatz zeige ich euch das Hohenzollernschloss, das direkt gegenüber auf einem Felsen thront:
Bild Bild 23

Auch vom Gegenzug (der mit +10 angekündigt war, mich mit "nur" +8 aber doch wieder überraschte) gibt es kein zeigenswertes Bild.
Als Abschluss des Berichts daher ein Bild vom Bahnsteig mit fünf Regioshuttles in drei Farben:
Bild Bild 24
Rechts auf Gleis 6 zwei Regioshuttles im Landes- und HzL-Design, die gerade aus Tübingen angekommen sind und hier enden.
In der Mitte auf Gleis 4 zwei DB-Shuttles, die kurz zuvor aus Aulendorf angekommen waren und bald wieder dorthin zurückfahren werden.
Ganz links steht auf Gleis 2 das einzelne HzL-Shuttle, in dem wir fünf Minuten später die Fahrt durch die Nacht nach Tübingen antraten.

Viele Grüße
Benny
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Re: Schusterbahn am Abend, Teil 1

#926 Beitrag von Benny »

Von der Schusterbahn, also der Stuttgarter Güterumgehungsstrecke Untertürkheim – Kornwestheim habe ich ja schon einige Fotos gezeigt. Am frühen Morgen kann man gut aus den Weinbergen auf das König-Wilhelm-Viadukt herunterfotografieren, am Abend liegt die Kurve vor dem Schnarrenbergtunnel gut im Licht – zumindest dann, wenn die Sonne nicht schon hinterm gleichnamigen Weinberg verschwunden ist. Das war bei meinem ersten Besuch im März leider der Fall.
Deshalb startete ich an einem Donnerstagabend Mitte August relativ spontan einen neuen Versuch. Meine anfängliche Befürchtung, schon wieder zu spät zu sein, bewahrheitete sich nicht, die Kurve lag noch prächtig in der Sonne. Ich musste auch nicht lange warten, bis der erste Güterzug auftauchte:
Bild Bild 1
Leider (aus Fotografensicht) standen auf der im März noch brachliegenden Weinbergparzelle mittlerweile schon wieder metallene Rebstangen. Auch die Vegetation entlang der Strecke tat ihr bestes, die Züge vor neugierigen Blicken zu schützen. So blieb im Wesentlichen nur noch die im Bild zu sehende Lücke.
Die vergleichsweise dunkle Vegetation in Kombination mit den weißen Häusern im Hintergrund sorgte für einen ordentlichen Korrekturbedarf bei der automatischen Belichtung.

Mit viel Zoom konnte man auch noch in den Bahnhof Stuttgart-Münster schauen. Dort tauchte vier Minuten später ein Baby-Quietschie auf, hielt kurz an und fuhr eine weitere Minute später zu meinen Füßen vorbei. Da ich mit selbigen noch eine Parzelle zurückgelaufen war, gibt es nun Weinreben im Vordergrund:
Bild Bild 2

Es dauerte keine zwei Minuten, bis im Bahnhof schon der nächste Zug auf- und hinter den Bäumen gleich wieder abtauchte. Dort blieb er mehrere Minuten auf Tauchstation (vermutlich warten am Blocksignal), bis er schließlich doch im "Sichtfenster" auftauchte. Weil der Zug schon aus der Ferne nach etwas besonderem aussah, nahm ich ihn etwas größer ins Bild:
Bild Bild 3
Dieser Bauzug der Firma Schweerbau wird gezogen von einer dreiachsigen Diesellok, dahinter hängen ein Rottenkraftwagen sowie ein paar Maschinen- und Gerätewagen.

Bis zum nächsten "Zug" dauerte es wieder nur drei Minuten, wobei er schon nach der Hälfte der Zeit im Bahnhof Münster zu sehen war. "Zug" deshalb in Anführungszeichen, weil es eigentlich nur eine allein fahrende Lok war, nämlich eine altrote V100:
Bild Bild 4
Ich nenne das Bild "Weinrot zwischen Weinreben".

Zwei Minuten später tauchte ein Güterzug aus dem Schnarrenbergtunnel auf. Weil die Stelle für Züge in Richtung Untertürkheim nicht so gut geeignet ist, zeige ich stattdessen ein Bild mit viel Zoom zum Bahnhof Münster. So ist sogar der gesamte Zug zu sehen:
Bild Bild 5
Kurz zuvor waren noch zwei dreiteilige Hamster durch den Bahnhof gefahren. Die machen sich am "Hauptmotiv" schon deutlich besser:
Bild Bild 6

Von der Perspektive hatte ich langsam genug, also wurde es Zeit für einen Standortwechsel. Wer genau hinschaut, sieht vor dem Zug eine Asphaltstraße. Dort wollte ich hin. Der Weg dorthin war aber alles andere als zielstrebig: Erstmal musste ich wieder hoch zum Bergrücken, dann einen anderen Weinbergweg runter, über das Tunnelportal drüber, noch weiter runter, woanders wieder hoch, in einem kleinen Tunnel unter der Strecke durch (dabei kam noch ein Güterzug mit schwarzer Lok, aber ohne brauchbares Bild), und nach noch ein paar Höhenmetern und einer scharfen Rechtskurve war ich endlich da.

Bilder von dieser Stelle gibts aber erst im nächsten Teil.

Viele Grüße
Benny
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Re: Schusterbahn am Abend, Teil 2

#927 Beitrag von Benny »

Leider beschränkt sich die Streckensicht auf die eine Vegetationslücke. An den Gleisen entlang gucken geht nicht richtig, dafür ist man nicht nah genug dran.
Der nächste Zug im Fahrplan war die letzte Quietschie-Fahrt des Tages. Weil es in die andere Richtung eine unpassende Sonne-Schatten-Kombination gab, gibt's hier einen Nachschuss komplett im Schatten:
Bild Bild 7
Das Einfahrsignal am linken Bildrand zeigt Langsamfahrt, weil der Zug aufs andere Gleis wechseln muss, um am Hausbahnsteig in Stuttgart-Münster zu halten – einen anderen Bahnsteig gibt es dort nämlich nicht.
Und die giftgrüne 4 auf der Hektometertafel ist vermutlich sogar "offiziell" aufgemalt worden, weil die originale 4 zuvor anscheinend mit einer schwarzen 9 übersprüht wurde.

Dann war erstmal wieder Ruhe. Erst nach über zehn Minuten war ein leises Brummen zu vernehmen, das lauter und lauter wurde. Ich dachte schon, das gleich eine Großdiesellok (Ludmilla oder Maxima) mit einem schweren Zug um die Kurve kommt, es war dann aber doch "nur" eine BR 294 mit zwei leeren Rungen- und sechs Hochbordwagen im Schlepp:
Bild Bild 8

Nachdem ich jetzt aus jeder Richtung wenigstens einen Zug "im Kasten" hatte, machte ich mich wieder auf den Weg. Sooo toll war die Stelle doch nicht.
Im März war ich Richtung Zazenhausen weitergefahren, jetzt fuhr ich in die andere Richtung zum König-Wilhelm-Viadukt. Also nicht genau dorthin, sondern wieder in die Weinberge (an eine andere Stelle, die ich empfohlen bekommen hatte und wo ich schon auf dem Hinweg vorbeigekommen war) mit Blick aufs Viadukt. Das liegt am Abend nämlich auch schön in der Sonne.

Ich musste gar nicht lange warten, bis eine kleine Lok über das große Viadukt fuhr:
Bild Bild 9
Ich gehe mal stark davon aus, dass es sich um 294 757 vom vorherigen Bild handelt.

Von den Weinbergen am Robert-Bosch-Krankenhaus hat man auch einen guten Blick auf die Rosensteinbrücke bei Bad Cannstatt. Über die fuhr gerade eine der beiden RAB-Gesichterloks mit einem RE Richtung Ulm:
Bild Bild 10

Der Blick reicht sogar noch weiter nach rechts zum Bw/Abstellbahnhof Rosenstein und den Ausfahrgleisen vom Hauptbahnhof Richtung Pragtunnel. Auf diesen ist gerade ein GoAhead-Flirt unterwegs (im rechten Bilddrittel):
Bild Bild 11
Im Abstellbahnhof sind noch ein paar grüne (und weiße) Flixtrain-Wagen zu sehen. Wie ich erst später erfahren habe, haben diese Wagen am selben Abend Stuttgart zum vorerst letzten Mal verlassen (anscheinend will der bisherige Betreiber nicht mehr weitermachen, und Flix hat noch keinen neuen gefunden).

Kurz darauf verließen zwei "klimaschützende" (=grüne Streifen an den Enden) Velaros Stuttgart in Richtung Ulm:
Bild Bild 12

Die Stelle, an der ich stand, hatte allerdings einen kleinen Nachteil: Wie auf Bild 9 zu sehen ist, stand mitten vor dem König-Wilhelm-Viadukt ein Baukran. Deshalb fuhr ich etwas weiter nach links bis ans Ende des Wegs. Jetzt war vom Bw zwar nichts mehr zu sehen, dafür war der Baukran bis zum Brückenkopf "gewandert" und somit nicht mehr im Weg.

Jetzt musste ich nur noch warten, dass mal wieder ein Zug vorbeikommt. Und ihr müsst bis morgen warten, bis die nächsten Bilder kommen :P

Viele Grüße
Benny
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Re: Reale Bahnbilder von Benny

#928 Beitrag von MK69 »

Hallo Benny, darf ich dir ein Hinweis zu Bild 12 geben? Darauf ist ein ICE 3-M abgebildet (BR 406 der DBAG). Der Unterschied zum "normalen" ICE 3 sind dass fast jeder Wagen ein Stromabnehmer hat und der jeweils 2. Wagen am Ende nur ein Einstiegraum, um die zusätzliche Ausrüstung für die Mehrsystemsteuerung zu haben.
Viele Grüße aus München Meinhard (MK 69) und Toleranz ist Trumpf! Miteinander ist immer besser wie gegeneinander!!!!

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Re: Reale Bahnbilder von Benny

#929 Beitrag von BR189 »

Sorry, aber das ist devinitiv kein ICE-3M. Der 3M hat komische Kästen auf dem Dach und keine durch den ganzen Zug durchgezogene Dachhaube.
Das dürfte wirklich ein Velaro DE auf dem Bild (wenn nicht sogar ein ICE4, da passt aber die Fronten nicht)
Der Velaro DE (BR 407) ist zwar ein ICE3 (warum auch immer), aber kein normaler ICE3.
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Re: Schusterbahn am Abend, Teil 3

#930 Beitrag von Benny »

Hallo Meinhard,
wie Dennis schon schrieb, ist das ziemlich sicher keine BR 406, die hat in Stuttgart nämlich gar nichts zu suchen. Ich hatte wegen der eckigen Türfenster auch zuerst an einen ICE 4 gedacht, es gibt neben der nicht genau erkennbaren Kopfform noch andere Gründe, die dagegen sprechen: Zum einen sind die Fenster der Türen genauso hoch wie das Fensterband (beim ICE 4 sind sie höher). Zum anderen sind zwei Zugteile zu je acht Wagen zu sehen (vom ersten Zugteil sieht man nur ein Ende). Den ICE 4 gibt es in verschiedenen Längen (7 bis 12 Wagen), aber nicht mit acht Wagen. Und da die siebenteiligen ICE 4 wohl gerade heute (was für ein Zufall) das erste Mal zum Einsatz kamen, habe ich bisher noch keine gekuppelten ICE 4 gesehen.

___________________________________________________

Nach ein paar Minuten Warten betrat der "Salzzug" Richtung Filstal die Bühne:
Bild Bild 13

Zwischendrin gab's noch ein Bild von einer 101, die einen IC über den Neckar nach München schiebt:
Bild Bild 14
Im Hintergrund dominiert der erst Mitte des Jahres außer Betrieb genommene Gaskessel in Stuttgart-Gaisburg die Szene. Auch das weiter links sichtbaren Heizkraftwerk mit den beiden Schornsteinen ist seit kurzem nicht mehr in Betrieb.

Vor der Kulisse des Gaskessels passierte auch diese S-Bahn den Neckar:
Bild Bild 15

Ebenso wie diese beiden dreiteiligen Abellio-Hamster, die auf dem Weg nach Tübingen sein dürften:
Bild Bild 16


Ohne Zoom ist das Handy zum Filmen auf diese Entfernung ziemlich nutzlos. Aber so ein Handy eignet sich auch noch für andere Dinge, zum Beispiel zum Telefonieren. So nutzte ich die Wartezeit auf den nächsten Güterzug auf dem König-Wilhelm-Viadukt, indem ich mal wieder zu Hause in Eningen anrief. Wenn man mit der linken Hand das Handy ans Ohr hält, kann man mit der rechten Hand immer noch fotografieren :-)

Knapp zwanzig Minuten nach dem vorherigen Güterzug wurde das Viadukt endlich mal in der "richtigen" Richtung befahren:
Bild Bild 17
Neben ein paar unbeladenen Taschenwagen hinter der Lok befinden sich noch einige Auflieger und Wechselbrücken der Spedition Große-Vehne sowie einige Großraum-Planenwagen im Zug.

So langsam aber sicher sank die Sonne tiefer. Um kurz vor acht lag die Rosensteinbrücke (ebenso wie die für Stuttgart 21 neugebaute Neckarbrücke davor) schon im Schatten, als noch ein IC2 aus Nürnberg darüberrollte:
Bild Bild 18

Kurz darauf rollte es auch nochmal auf dem König-Wilhelm-Viadukt, eine rote Lok (die Loknummer kann ich euch leider nicht nennen) fuhr mit einem gemischten Güterzug Richtung Kornwestheim. Eigentlich wollte ich die Lok wieder wie auf Bild 17 links von den braunen Schornsteinen "platzieren", damit rechts mehr vom Zug zu sehen ist. An der geplanten Stelle war aber auf einmal ein dicker Schatten aufgetaucht. Zum Glück habe ich auch vorher schon abgedrückt, so kann ich euch dieses Bild präsentieren:
Bild Bild 19

Auch hier ist zu sehen, dass die Schatten schon bis fast an die Brücke heranreichen. Deshalb wartete ich nicht noch länger, sondern machte mich auf den Nachhauseweg.

Viele Grüße
Benny
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revilo
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Re: Reale Bahnbilder von Benny

#931 Beitrag von revilo »

Morgen Benny,
und Grüß Gott an alle anderen, ich bin die Person ( *Oli*) die ab und zu Benny auf Touren begleitet, und, damit er mich alten Herren (50++) nicht mit dem Rolli durch die Landschaft schieben muß fahre ich selber Rad oder wandere. Mein Hobby ist - wer hätte es gedacht - die Eisenbahn.
Die Bilder die Benny zeigt sind nicht nur hervorragend fotografiert sondern auch mit informativen Texten versehen, eine Rarität in der Welt des www!

Gruß an alle Eisenbahnverrückten!

Oli

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Re: Umleiter-Adventskalender 2020, 1. Türchen

#932 Beitrag von Benny »

Wenn auf der Gäubahn mal eine nennenswerte Anzahl Güterzüge fahren, handelt es sich dabei meistens um Umleiter aus dem Rheintal.

Im Jahr 2017 war bei Rastatt ein im Bau befindlicher Tunnel eingestürzt, sodass sich die darüber verlaufenden Gleise der Rheintalbahn absenkten. In der Folge war die Strecke für eineinhalb Monate gesperrt. Weil damals auch die Gäubahn wegen Bauarbeiten gesperrt war, musste der Güterverkehr mit Dieselvorspann über die Strecke Horb - Tübingen umgeleitet werden. Davon habe ich natürlich schon berichtet. Die Bauarbeiten auf der Gäubahn wurden dann unterbrochen, sodass die Güterzüge gegen Ende der Sperrung wieder durchgehend elektrisch fahren konnten. Damals hatte ich der Gäubahn von Eningen aus einen Besuch abgestattet, und mit den dabei entstandenen Bildern einen Umleiter-Adventskalender gefüllt.

Und dieses Jahr gibt es auch wieder einen Umleiter-Adventskalender. Diesmal habe ich sogar so viele Bilder zusammenbekommen, dass es jeden Tag bis Weihnachten eine komplette Folge (ca. 5 Bilder) geben wird. Ich hoffe nur, ich kriege die alle noch rechtzeitig betextet.


Am Abend des 2. April musste die Rheintalbahn wieder gesperrt werden. Grund dafür war wieder ein Unfall, der (wie schon der Tunneleinsturz) mit den Ausbauarbeiten zur viergleisigen Strecke in Verbindung stand. Tragischerweise starb diesmal ein Lokführer, der mit seiner Rollenden Landstraße in eine Brückenhälfte fuhr, die wohl wenige Augenblicke zuvor auf die Gleise gestürzt war. Die Brücke war schon für den Abriss am darauffolgenden Wochenende vorbereitet gewesen, und irgendwas ist bei der Sicherung wohl schiefgegangen. Zur Bergung des Zuges und Wiederherstellung der Gleisanlage blieb die Strecke bis zum 8. April gesperrt; in der Zeit wurden viele Güterzüge über die Gäubahn umgeleitet.

Am 14. und 15. November gab es nochmal eine ganze Menge Rheintal-Umleiter auf der Gäubahn. Diesmal gab es zum Glück keinen Unfall, sondern "nur" geplante Bauarbeiten an der Rheintalbahn.


Für alle, die mit den ganzen Bahnstrecken hier in der Gegend nicht so gut vertraut sind, habe ich nochmal eine Karte vorbereitet. Wer nicht dauernd hin- und herscrollen will, kann die Karte in einem neuen Tab öffnen (Rechtsklick aufs Bild -> Strg+Klick auf "Grafik anzeigen", oder einfach diesen Link benutzen).
Bild
© Mapbox | © OpenStreetMap | Improve this map


So, genug der Vorrede, los gehts mit dem eigentlichen Bericht.

_________________________________________

Rückblickend weiß nicht mehr genau, warum ich am Samstag, dem 4. April erst so spät losgefahren bin. Vielleicht lag es daran, dass ich für den Sonntag schon eine andere Tour geplant hatte, und nicht das ganze Wochenende mit Fotografieren verbringen wollte. Nachdem ich die ganzen Meldungen in den Live-Sichtungen sah, raffte ich mich aber doch noch auf, suchte grob die Fahrstrecke raus, und machte mich auf den Weg.
Weil ich gut eine Woche zuvor der Schönbuchbahn einen Besuch abgestattet hatte, kannte ich den Weg nach Böblingen bereits. Auf der ehemaligen Panzerstraße bzw. dem heutigen Radschnellweg zwischen Vaihingen und Böblingen war an dem Samstagnachmittag ordentlich was los. Wie schon im verlinkten Schönbuchbahnbericht (ebenfalls als Bild 1) gezeigt, überquert dieser Weg einen tiefen Einschnitt der Gäubahn auf einer entsprechend hohen Brücke. In die andere Richtung mit anderem Zug (und Sonne) sieht das ganze so aus:
Bild Bild 1
Zufälligerweise hatte ich exakt diesen Zug exakt eine Stunde vorher schon einmal fotografiert - da war ich noch in Stuttgart West und der Zug noch auf dem Weg nach Stuttgart.

Nachdem bei meinem ersten Besuch der Schönbuchbahn nur die geliehenen Elektrotriebwagen fuhren, ergab sich für mich jetzt (an einem Wochenende) die erste Gelegenheit, mal einen der Dieseltriebwagen zu fotografieren. Ihr kennt sie schon (weil ich bereits später entstandene Bilder gezeigt habe), aber für mich war es die erste Begegnung mit einem Schönbuchbahn-Regioshuttle.
Einen Halbstundentakt später als ursprünglich geplant stand ich in Böblingen auf dem Bahnsteig, und konnte dort VT 430 aufnehmen, der gerade aus Dettenhausen ankommt (und nach zehn Minuten Wendezeit wieder dorthin zurückfahren wird):
Bild Bild 2

So lange wartete ich aber nicht, sondern machte mich gleich auf den Weg zur Rankbachbahn. Diese Strecke führt von Böblingen nach Renningen (von wo man ebenfalls wieder nach Stuttgart kommt, siehe Karte oben), wurde vor gar nicht so langer Zeit überwiegend zweigleisig ausgebaut und wird seitdem von der S60 befahren (die ab Renningen teilweise vereinigt mit der S6 weiter nach Stuttgart fährt). Wikipedia hat noch mehr Infos zu dieser Strecke. Die Rankbachbahn dient aber nicht nur dem S-Bahn-, sondern auch dem Güterverkehr, der vom Rangierbahnhof Kornwestheim über diese Strecke auf die Gäubahn gelangt. Das ist auch der Grund, warum bei mir vor der Haustür so gut wie keine Güterzüge vorbeifahren.

Zwischen den Bahnhöfen Böblingen und Sindelfingen überquert die Strecke auf einer eingleisigen Brücke die A81, die hier auch die Stadtgrenze bildet. Ich musste nicht lange warten, bis eine kurz zuvor in Böblingen gestartete S-Bahn die Brücke überquerte:
Bild Bild 3

Von Norden waren noch einige Güterzüge vorgemeldet. Den ersten sah ich vorbeirauschen, als ich in Sindelfingen gerade mitten auf einer großen Kreuzung unterwegs war - fotografieren natürlich unmöglich.
Irgendwann hatte ich mich endlich durch die Sindelfinger Innenstadt durchgekämpft und war auf einer langen Brücke gelandet, die am Ortsrand die Gleise überquert. In der Ferne war bereits ein grünes Signal zu sehen, und ein paar Minuten später bog dann auch "mein" erster Umleiter um die Kurve. Es war 189 102 der SBB Cargo, die einen KLV-Zug südwärts zog:
Bild Bild 4
Südfahrer kamen hier natürlich genau im Gegenlicht, aber an anderen Stellen wäre das auch nicht besser gewesen.
Lichtmäßig etwas besser wird es bei einer seitlicheren Aufnahme, dafür verschmilzt die schwarze Lok dann fast mit dem Hintergrund:
Bild Bild 5

Das wars für heute, morgen gehts mit dem zweiten Türchen weiter.

Viele Grüße
Benny
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Re: Umleiter-Adventskalender 2020, 2. Türchen

#933 Beitrag von Benny »

Die nächste S60 nach Böbingen hatte ich irgendwo unterwegs verpasst, aber kurz nach dem Güterzug (bzw. eine halbe Stunde nach Bild 3) kam sie wieder zurück. Weil man von der Brücke aus nur in eine Richtung fotografieren kann, gibt es hier einen Nachschuss auf das schon bekannte Motiv - aber immerhin der Bildausschnitt ist anders:
Bild Bild 6

Von der Stelle hatte ich erstmal genug gesehen, also fuhr ich weiter. Die Strecke führt in einer großen S-Kurve durch Maichingen hindurch, dabei hat man noch zwei S-Bahn-Haltestellen untergebracht. Bis ich aus Maichingen wieder heraus gefunden hatte, dauerte es aber etwas. Der Weg, den ich schließlich fand, war zwar etwas abenteuerlich, führte aber direkt an den Gleisen entlang. Mittlerweile war auch schon der nächste Güterzug vorgemeldet worden, und als ich am nächsten Signal vorbeifuhr, zeigte dieses auch schon Grün.
Ich konnte gerade noch ein Stückchen in einen Grasweg reinfahren, um ein bisschen mehr Abstand zur Strecke und etwas Höhe zu gewinnen, als der Zug auch schon auftauchte:
Bild Bild 7
Bei der Lok handelt es sich um 193 467 der SBB Cargo mit Taufname "Brig". Der lange Schlange aus dunkelblauen GTS-Containern wird unter Fotografen meist als "Nudelzug" bezeichnet - soweit ich gehört habe, werden damit regelmäßig italienische Nudeln nach Deutschland gekarrt. Hier ist der Zug aber gerade in die andere Richtung unterwegs.

Auf dem Weg an Magstadt vorbei sammelte ich nochmal einige Höhenmeter. Das dauerte natürlich etwas, und bald darauf kam auch schon wieder die nächste S-Bahn:
Bild Bild 8
Diese hier dürfte nach Renningen unterwegs sein, der Gegenzug nach Böblingen kam aber nur wenige Sekunden später.

Nachdem die S-Bahnen in beide Richtungen durch waren, war erstmal wieder Ruhe auf den Gleisen. Güterzüge waren auch keine mehr vorgemeldet.
Kurz vor Renningen, also schon fast am Ende der Rankbachbahn, gibt es nochmal eine lange Gerade, die auch so spät am Abend (das folgende Bild entstand um 18:43 Uhr) noch gut in der Sonne lag.
Das schönste Licht nützt nur nichts, wenn kein Güterzug kommt... Deshalb müsst ihr euch nochmal mit einer S-Bahn begnügen:
Bild Bild 9

Um sieben Uhr erreichte ich dann Renningen. Ein Bild von dort gibts aber erst im dritten Türchen.

Viele Grüße
Benny
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Re: Umleiter-Adventskalender 2020, 3. Türchen

#934 Beitrag von Benny »

Zumindest zu diesem Zeitpunkt (w)endete die S60 aus Böblingen in Renningen. Wer weiter nach Stuttgart wollte, musste auf die S6 aus Weil der Stadt umsteigen (oder in Böblingen gar nicht erst in die S60 einsteigen, sondern in die S1, die von dort auf direktem Weg nach Stuttgart fährt).
Nach der Ankunft auf Gleis 2 müssen die Züge aus Böblingen für die Rückfahrt auf Gleis 3 umsetzen. Knapp 20 Minuten reichen dafür aber locker aus. Hier steht die S60 schon auf Gleis 3, bis zur Abfahrt nach Böblingen bleiben aber noch sieben Minuten:
Bild Bild 10

So lange wartete ich nicht, sondern fuhr weiter die Gleise entlang - die nun nicht mehr zur Rankbachbahn, sondern zur Württembergischen Schwarzwaldbahn gehören.
Die Sonne schien zwar noch kräftig, war aber schon so tief gesunken, dass sie längst nicht mehr überall die Gleise erreichte. Eine der wenigen verbliebenen Stellen mit Sonne gab es am nächsten Haltepunkt, in Rutesheim, wo mir eine S6 nach Weil der Stadt entgegenkam:
Bild Bild 11

Mittlerweile war auch mal ein Güterzug aus der anderen Richtung vorgemeldet worden. Aber noch während ich den Bahnsteig entlang schob, rauschte der Zug vorbei - verdeckt durch die haltende S-Bahn von obigem Bild. Deshalb kann ich leider nur folgendes "Beweisfoto" bieten:
Bild Bild 12

Der weitere Weg war zwar ganz gut zu fahren, von der Bahnstrecke war dabei aber nichts zu sehen. Erst in Leonberg kam ich wieder an die Gleise - und die nächste S6 nach Weil der Stadt aufs Bild:
Bild Bild 13

Seit Bild 11 bzw. 12 war knapp eine halbe Stunde vergangen (Halbstundentakt halt), in der die Sonne natürlich nicht stehen geblieben ist. An den Häusern hinten am Berg kann man sehen, dass sie noch nicht ganz untergegangen war - bis auf die Gleise reichte es aber schon lange nicht mehr.
Immerhin ein Stimmungsbild mit der davonfahrenden S-Bahn war noch drin:
Bild Bild 14

Zwar waren aus Herrenberg nochmal zwei nordwärts fahrenden Güterzüge vorgemeldet, aber bis die hier gewesen wären, wäre es wohl schon längst dunkel gewesen.
Deshalb machte ich mich auf den Nachhauseweg, quer durch den Wald ging es zurück nach Stuttgart-West. Zum Glück gibts auch im Wald Straßen, sodass ich nicht über Stock und Stein holpern musste :-)

Mit nur zweieinhalb Güterzügen war die Fotoausbeute jetzt nicht sooo toll - da geht noch mehr. Davon werde ich in den nächsten Tagen berichten.

Viele Grüße
Benny
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Re: Reale Bahnbilder von Benny

#935 Beitrag von Meterfan »

Hallo Benny,

es ist immer wieder erstaunlich, wie viele schöne Fotostandorte du findest.
Beim Bild 14 hast du kuriose Gleisgeometrien eingefangen, sowohl beim
linken Gleis mit der Delle in der Mitte als auch beim rechten Gleis mit dem Knick hinter
der Kreuzungsweiche.

Viele Grüße
Oskar
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Re: Umleiter-Adventskalender 2020, 4. Türchen

#936 Beitrag von Benny »

Hallo Oskar,
gut beobachtet mit der Gleisgeometrie, das war mir selbst noch gar nicht aufgefallen.
Ich glaube, die "Delle" links ist keine Delle, sondern eine kleine Gleisverschwenkung / S-Kurve.
Der Knick hinter der DKW könnte durch unterschiedliche Weichenradien bzw. -winkel zustande gekommen sein. Für die durchgehenden Hauptgleise hat man wohl schlankere (und damit schneller befahrbare) Weichen eingebaut als für die Nebengleise weiter hinten.

__________________________________________

Wie in der Einleitung schon erwähnt, hatte ich am Sonntag schon etwas anderes geplant (auch Umleiter fotografieren, aber nicht Güterzüge auf der Gäubahn, sondern ICs auf der Murrbahn, Bilder davon kommen hoffentlich auch noch irgendwann).
Dank 50%iger Kurzarbeit hatte ich aber auch unter der Woche noch etwas Zeit zum Fotografieren. Am Dienstag, den 7. April machte ich mich nach dem Mittagessen auf den Weg nach Herrenberg. Zwar hatte ich kurzfristig noch einen Termin für den Nachmittag reinbekommen, wo es Infos zur weiteren Zukunft des Projekts geben sollte. Aber zuhören lässt es sich auch von unterwegs.

Das erste Foto entstand in Böblingen von der Straßenbrücke in der südlichen Bahnhofseinfahrt. Im Bahnhof war ein Kesselwagenzug mit einer Hectorrail-151 abgestellt:
Bild Bild 15
Die Lok hat den Namen "Lang" und die Nummer 162.002 angeschrieben.

Zehn Minuten später überquerte ich die autobahnähnliche B464, als eine S-Bahn nach Herrenberg das Gleiche eine Brücke weiter tat:
Bild Bild 16

In Ehningen (nicht zu verwechseln mit Eningen ohne h) stattete ich dem Bahnhof (bzw. der S-Bahn-Haltestelle) einen kurzen Besuch ab. Ergebnis: Man kann dort Fotos zwar machen, aber es lohnt sich nicht wirklich.
Der Weg aus Ehningen wieder heraus war nicht ganz einfach zu finden. Ich fuhr gerade auf eine Brücke zu, als ich von links einen Zug kommen hörte. Also schnell anhalten (zum Glück war gerade kein Verkehr auf der Straße) und Kamera rausholen. Leider ging die Kamera erst beim zweiten Versuch an, da war die Lok und die ersten beiden Kesselwagen schon vorbeigefahren:
Bild Bild 17
Laut Live-Sichtung aus Herrenberg hing die Hectorrail-162.008 am Zug - also eine Schwestermaschine der kurz zuvor in Böblingen fotografierten Lok (Bild 15).

Im Folgenden führte der Radweg mehr oder weniger an der Bahnstrecke entlang. Kurz vor Gärtringen fuhr ich an einem grünem Signal vorbei. Passenderweise kam direkt danach eine ausreichend große Baumlücke, und kurz darauf auch schon ein Zug: Schon wieder Kesselwagen, die diesmal von einem Schweiz-Vectron (193 475) südwärts gezogen werden:
Bild Bild 18
In den Live-Sichtungen wurde noch ergänzt, dass der Zug von Karlsruhe nach Basel unterwegs war.

Heute gibts mal etwas weniger Bilder als sonst, dafür gibts im morgigen Türchen umso mehr.

Viele Grüße
Benny
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Re: Umleiter-Adventskalender 2020, 5. Türchen

#937 Beitrag von Benny »

Auch wenn es bei virtuellen Meetings relativ egal ist, wo man sich gerade befindet, sollte man währenddessen doch eher nicht Fahrrad fahren. Zum Glück erreichte ich rechtzeitig vorher eine Stelle, an der es sich gut warten ließ: Kurz vor Herrenberg gibt es ein bisschen offene Landschaft, die von der Gäubahn auf einem Bahndamm durchquert wird.
Ich war noch nicht ganz angekommen, als von hinten bereits 185 110 mit einem gemischten Güterzug (der im vorderen Teil aus vielen Schiebewandwagen bestand) angefahren kam:
Bild Bild 19

Fast zeitgleich kam aus der Gegenrichtung 185 268 mit noch mehr Schiebewandwagen (hier ist der Zugschluss von obigem Zug gerade hinter der Lok verschwunden):
Bild Bild 20

Keine vier Minuten später folgte schon der nächste Güterzug in die Schweiz:
Bild Bild 21
Auf dem Bahndamm hebt sich der blaue Alpenvectron (193 526) gut vom Hintergrund ab.

Dann begann das Meeting. Mit der Kamera in der Hand und dem Handy am Ohr lauschte ich den Infos, die es für uns gab.
Nach den drei Güterzügen innerhalb von vier Minuten kam aber erstmal nichts mehr. Erst eine Viertelstunde später bewegte sich wieder etwas auf den Gleisen - das war aber "nur" eine ganz reguläre S-Bahn, die hier kurz vor ihrem Fahrtziel Herrenberg unterwegs ist:
Bild Bild 22

Fünf Minuten später kam aus der Gegenrichtung ein leicht verspäteter IC2:
Bild Bild 23

Kurz vor Ende des Meetings kam aber doch nochmal ein Güterzug, der schon vom Lokführer höchstpersönlich vorgemeldet worden war:
Bild Bild 24
Die beiden versifft-weißen Loks finde ich allerdings trotzdem nicht sonderlich fotogen...

In einer guten halben Stunde hatte ich jetzt schon mehr Güterzüge fotografieren können als bei der gesamten ersten Tour an die Rankbachbahn. Aber damit war der Tag noch längst nicht zu Ende. Morgen öffnet sich das nächste Türchen.

Viele Grüße
Benny
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Re: Umleiter-Adventskalender 2020, 6. Türchen

#938 Beitrag von Benny »

Für die nächste S-Bahn fuhr ich schon etwas weiter, fotografierte aber nochmal zurück an die Stelle, wo ich die vorherige halbe bis Dreiviertelstunde verbracht hatte:
Bild Bild 25

Nur drei Minuten später kam der Gegenzug nach Stuttgart:
Bild Bild 26

In dreißig Sekunden kommt man nicht weit, deshalb gibts das nächste Bild aus fast der gleichen Perspektive. Es ist ein Nachschuss auf zwei Talent 2 im baden-württembergischen Landesdesign, die an der Herrenberger Stiftskirche vorbei in Richtung Freudenstadt bzw. Rottweil fahren:
Bild Bild 27

Für die nächste halbe Stunde trieb ich mich auf den Feldern rum, die rechts im Bild zu sehen sind. Dort war ich nicht alleine; diese Stelle ist bei Eisenbahnfotografen recht bekannt.
Aus Rottweil war schon der nächste Güterzug vorgemeldet. Die zwei leuchtend roten Loks (185 102 und 113) kommen gut raus, der Rest des Zuges (zwei Container und viele Schiebewandwagen) ist eher tarnfarben:
Bild Bild 28

Ich musste nur leicht nach links schwenken, um zu dokumentieren, wie sich zehn Minuten später eine S-Bahn nach Herrenberg und ein Hamster-RE nach Stuttgart begegnen:
Bild Bild 29

Fünf Minuten später legte sich eine kurz zuvor in Herrenberg gestartete S-Bahn vor der Stiftskirche in die Kurve:
Bild Bild 30

Mich zog es dann weiter, das werdet ihr aber erst im nächsten Türchen sehen.

Viele Grüße
Benny
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Re: Umleiter-Adventskalender 2020, 7. Türchen

#939 Beitrag von Benny »

Neben dem Bahnhof Herrenberg gibt es ein Parkhaus, von dessen oberster Ebene man gut runterfotografieren kann. Weil es bis zum nächsten planmäßigen Zug noch ein Weilchen dauerte und auch kein Güterzug mehr vorgemeldet war, füllte ich erstmal im nahe gelegenen Aldi meine Getränkevorräte auf.
Danach wurde es doch ein bisschen knapp, aber ich schaffte es noch rechtzeitig zum nächsten IC2 nach Singen wieder aufs Parkhaus:
Bild Bild 31
Wer auf die dritte Tür achtet, wird feststellen, dass ich mit diesem Bild nicht bis zur Abfahrt des Zuges gewartet habe. Zum Glück wollte kein Rollstuhlfahrer ein- oder aussteigen...

Nachdem der IC weg war, fuhr auch ich gleich weiter, denn ich wollte nochmal an die Stelle mit dem berühmten Fernblick bis zum Albtrauf. Ich war noch nicht weit gekommen, als ich von hinten ein Geräusch hörte, das sich verdächtig nach einem Zug anhörte. Ich fuhr zwar direkt an der Strecke entlang, aber der Bahndamm war blickdicht bewachsen. Also hetzte ich weiter bis zur nächsten Stelle mit Blick auf die Strecke, doch die kam und kam nicht. Ich hatte den Zug gedanklich schon abgeschrieben, als ich bemerkte, dass das charakteristische Klopfen einer Flachstelle immer langsamer wurde.
Vermutlich weil der vorausliegende Blockabschnitt noch vom IC2 belegt war, kam der Güterzug am Herrenberger Ausfahrsignal zum Stillstand. Dadurch schaffte ich es doch noch bis zu einer brauchbaren Stelle, und kann euch somit dieses Bild von 185 096 präsentieren:
Bild Bild 32

Nicht nur Güterzüge wurden über die Gäubahn umgeleitet. Für die Fahrgäste der Rheintalbahn ging es mit Schienenersatzverkehr zwar immer noch schneller als mit dem Umweg über die Gäubahn, aber die südlich der Unglücksstelle verbliebenen Personenzüge mussten auch mal irgendwann in die Werkstatt. Vermutlich eine solche Überführung von leeren IC-Wagen war für diesen Tag angekündigt und mittlerweile auch schon aus Rottweil vorgemeldet worden.
Ich hatte die vorgesehene Fotostelle noch nicht ganz erreicht, als der Zug schon durchgefahren kam. Mit ein bisschen Zoom gelang trotzdem noch ein Bild:
Bild Bild 33

Erstaunlicherweise war ich an dieser Stelle alleine. Das Motiv war perfekt, der Sonnenstand stimmte - fehlte nur ein Zug.
Ich musste fast zwanzig Minuten warten, bis 147 553 mit ihren fünf Fernverkehrs-Dostos vorbeikam:
Bild Bild 34
Dieser Zug war mir nun innerhalb kurzer Zeit auf drei verschiedenen Strecken (Rems-, Murr- und Gäubahn) begegnet, aber auch über zwei Wochen nach der ersten Begegnung (siehe Bild 6 vom 22.03.2020) war der Steuerwagen noch mit dem selben Graffiti verunstaltet.

Da die Sonne nun schnell tiefer sank, und auch keine Güterzüge mehr vorgemeldet waren, machte ich mich wieder auf den Rückweg.
An der von Bild 32 schon bekannten Stelle legte ich nochmal einen kurzen Stopp ein und wartete den Hamster nach Freudenstadt ab:
Bild Bild 35

Auch wenn die Sonne noch nicht untergegangen war, lagen die Gleise nun schon überwiegend im Schatten.
Erst hinter Gärtringen (an fast der gleichen Stelle wie Bild 18) gab es nochmal etwas Licht für eine S-Bahn nach Herrenberg:
Bild Bild 36

Das war dann auch schon das letzte Bild des Tages.
Aber wie euch der Blick auf den (Advents-)Kalender schon verrät, war das nicht meine letzte Gelegenheit zum Umleiter-Fotografieren: Im achten Türchen gehts mit einem neuen Tag weiter.

Viele Grüße
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Re: Umleiter-Adventskalender 2020, 8. Türchen

#940 Beitrag von Benny »

Weil das der letzte Umleitertag werden sollte, machte ich mich am nächsten Tag nach dem Mittagessen gleich nochmal auf den Weg. Ich wollte dort weitermachen, wo ich beim ersten Mal aufgehört hatte: in Leonberg.

Während ich unterwegs war, wurden kurz hintereinander noch drei südwärts fahrende Güterzüge gemeldet.
Ich hatte den Bahnhof in Ludwigsburg fast erreicht, als ich einen Schweiz-Vectron mit Kesselwagen vorbeifahren sah. Mit viel Zoom konnte ich dem Zug noch hinterherfotografieren:
Bild Bild 37
Anscheinend war das der letzte der drei Züge, danach kam jedenfalls kein Güterverkehr mehr in der sonnenstandsmäßig "richtigen" Richtung.

Aus südlicher Richtung waren noch zwei Güterzüge vorgemeldet, aber die kamen genau aus dem Gegenlicht. Da der weitere Streckenverlauf im Satellitenbild ziemlich unfotografierbar aussah, blieb ich erstmal noch in Leonberg auf dem Bahnsteig. Zwanzig Minuten nach obigem Bild fuhr eine S6 nach Weil der Stadt in den Bahnhof ein:
Bild Bild 38
Das Signal rechts zeigt schon Fahrt für den ersten Güterzug, der fast zeitgleich angefahren kam. Gezogen wurde er von einer bls-Lok, nämlich der 486 503:
Bild Bild 39

Im weiteren Verlauf führt die Bahnstrecke am Hang des Glemstals entlang, während der Weg auf dem Talgrund verläuft. Vernünftige Fotos waren da nicht möglich.
Ein paar Flussbiegungen weiter fand ich aber die Zufahrt zu einem ehemaligen Bahnwärterhäuschen, das auf Gleisniveau lag. An dieser Stelle führt die Strecke um eine steile Felswand herum. Zwar herrschte auch hier schreckliches Gegenlicht, aber mit etwas Zoom ließ sich das in Streiflicht "verwandeln". Das setzt den von 186 101 gezogenen KV-Zug gut in Szene:
Bild Bild 40

Auch im weiteren Verlauf war die Strecke eher schlecht zugänglich und fotografierbar. Da auch keine weiteren Güterzüge mehr vorgemeldet waren, wurde aus der Foto- eher eine Radtour, die sich nur noch ganz grob am Streckenverlauf orientierte.

Irgendwo im Industriegebiet zwischen Weilimdorf und Korntal entdeckte ich noch etwas mit Bahnbezug:
Bild Bild 41
Zum Glück ist das Gleisstück gerade, mit der Kurvengängigkeit sieht es bei diesen Loren glaube ich nicht mehr so gut aus :-D

In Korntal selbst sah ich aus der Ferne noch einen Güterzug vorbeifahren, ein Foto konnte ich leider nicht mehr machen.
Kurz darauf wurde auch schon wieder der erste Zug auf der Rheintalbahn gemeldet, was das angekündigte Ende der Umleiterei bestätigte.
Ich folgte noch der Güterzugkurve bis zum Rangierbahnhof Kornwestheim. Bilder von dort gibts aber erst im nächsten Türchen.

Viele Grüße
Benny
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